KZ Bergen-Belsen

Holocaust-Überlebende unwissentlich als Kinder - später ein Ehepaar

Die Holocaust-Überlebenden Greet und Robert Coopman stehen an der Gedenkstätte vom Konzentrationslager Bergen-Belsen im Landkreis Celle.

Die Holocaust-Überlebenden Greet und Robert Coopman stehen an der Gedenkstätte vom Konzentrationslager Bergen-Belsen im Landkreis Celle.

Loheide. Greet und Robert Coopman halten sich an den Händen, als sie durch die Gedenkstätte Bergen-Belsen laufen. „Für uns schließt sich heute ein Kreis“, sagt die 80-jährige Niederländerin. Sie und ihr Ehemann lieben sich seit dem Jahr 1963. Dass beide als Kleinkinder in das Konzentrationslager Bergen-Belsen verschleppt worden waren, fanden sie erst im Jahr 2001 heraus. An diesem Wochenende sind Greet und Robert zu Gast bei einem Treffen von KZ-Überlebenden.

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Robert Coopman, heute 82, bekam einen Anruf von der „Unknown Children Foundation“ mit dem Hinweis, dass er zu jenen kleinen Kindern gehörte, die von den Nazis in Verstecken in den Niederlanden aufgespürt worden waren und im Herbst 1944 von Westerbork nach Bergen-Belsen deportiert wurden. Bei vielen der Kinder war die Herkunft unklar. Seine Frau Greet Coopman wusste schon lange, dass sie Teil der Gruppe der sogenannten Unbekannten Kinder gewesen ist.

„Das Gefühl meine Schwester geheiratet zu haben“

Und nun sollte auch Robert Coopman zu der gleichen Gruppe Kinder gehören, die erst Bergen-Belsen überlebt hatten und dann weiter ins KZ Theresienstadt deportiert worden waren. „Die „Unknown Children“ fühlen sich wie Brüder und Schwestern - und plötzlich hatte ich nach dem Anruf im Jahr 2001 das Gefühl meine Schwester geheiratet zu haben“, erzählt Robert Coopman.

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Die Gedenkstätte Bergen-Belsen bestätigte, dass das Ehepaar in der Namensdatenbank als ehemalige Häftlinge des KZ Bergen-Belsen geführt werden. „Sie waren beide in den Transporten der sogenannten unbekannten Kindern vom 15. September 1944 bis zum 17. November 1944 in Bergen-Belsen“, berichtet Stephanie Billib von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten.

Die Überlebenden aus verschiedenen Ländern kommen zur Gedenkstätte in der Lüneburger Heide, um die Erinnerung an die Verbrechen in Nazi-Deutschland wach zu halten und um zu trauern. Das Außengelände der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist auch ein großer Friedhof: In den Massengräbern sind Tausende Männer, Frauen und Kinder bestattet, die in dem von den Nationalsozialisten eingerichteten Konzentrationslager Ende des Zweiten Weltkriegs an Hunger, Kälte, Seuchen oder Misshandlungen starben.

RND/dpa

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