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Kristina Vogel wütet in Video: „... dann nehmt auch meine Behinderung!“

  • Mit ihrem Leben im Rollstuhl habe sich die zweifache Olympiasiegerin Kristina Vogel abgefunden, an der Ignoranz ihrer Mitmenschen verzweifelt sie dagegen Tag für Tag.
  • In einem emotionalen Facebook-Video macht die 28-Jährige ihrem Ärger Luft.
  • Und fordert: „Wenn ihr meinen Behindertenparkplatz nehmt, dann nehmt bitte auch meine Behinderung.“
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Seit gut einem Jahr ist die Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel querschnittsgelähmt. Ein Trainingsunfall veränderte schlagartig ihr Leben: Mit Tempo 60 kollidierte sie mit einem anderen Fahrer. Im Alter von 27 Jahren ist die ehemalige Spitzensportlerin plötzlich auf den Rollstuhl angewiesen. Mit einem emotionalen Post meldete sich Vogel jetzt bei Facebook zu Wort und wettert gegen Menschen, die Behindertenparkplätze blockieren. Mit ihrem Leben im Rollstuhl komme sie klar, „aber nicht mit der Ignoranz der anderen“.

„Vielleicht hasse ich mich gleich, dass ich das online stelle. Aber ich bin wirklich, wirklich sauer“, beginnt Vogel ihr fünfminütige Videobotschaft. In ihrer Stimme klingen Wut und Verzweiflung mit. Die 28-Jährige sitzt noch im Auto, kommt gerade von einer Veranstaltung. Wie so häufig habe Vogel dort nur schwer einen Parkplatz gefunden, weil die Behindertenparkplätze von Menschen ohne Behinderung belegt gewesen seien. „Mich kotzt das so an“, sagt Vogel.

„Ich will nicht in einer Welt leben, wo sich jeder selbst zuerst ist“

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Die Olympiasiegerin spricht den Falschparker an, doch der kann den benötigten blauen Parkausweis vorzeigen. Vogel ist sich sicher: „Der war zu 100 Prozent nicht gehbehindert. Das war die Karte von ’nem Kumpel oder irgendwem (...). Der hat da zu 100 Prozent nicht hingehört.“ Die Frechheit, die sich die Leute herausnehmen, rege sie zunehmend auf. „Ich will nicht in einer Welt leben, wo sich jeder selbst zuerst ist.“

Sie selbst verzichte oft darauf, sich auf einen Behindertenparkplatz zu stellen, wenn es möglich ist. „Ich bin so fit, ich brauche das nicht unbedingt immer. Dass es für die, die es wirklich brauchen, freigehalten wird.“ Verständnis für Menschen ohne Behinderung, die „nur mal kurz“ ihr Auto auf den Behindertenparkplätzen abstellen, habe sie nicht. Die besondere Parkfläche sei ihr „Nachteilsausgleich. Ich habe mir das Leben nicht ausgesucht“, so Vogel.

Für die 28-Jährige ist klar: „Wenn ihr meinen Behindertenparkplatz nehmt, dann nehmt bitte auch meine Behinderung. Ganz einfach!“

RND/mat