Krimineller Clan bedroht Polizistin in Peine – bis sie wegzieht

  • Die niedersächsische Stadt Peine ist seit Jahren Heimat krimineller Clans.
  • Mitglieder einer kriminellen Gruppe haben zuletzt einer jungen Polizeibeamtin so lange zugesetzt, bis sie ihre Wohnung aufgab und sich beruflich in eine andere Stadt versetzen ließ.
  • Unter anderem wurde das Auto der Frau mehrfach beschädigt und sie wurde bedroht.
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Peine. In Peine haben Mitglieder eines kriminellen Clans eine junge Polizistin so lange bedroht, bis sie aus ihrer Wohnung ausgezogen ist und sich in eine andere Stadt versetzen hat lassen. Das berichtet die “Peiner Allgemeine Zeitung” (PAZ), die sich auf Angaben von Polizei und dem niedersächsischen Innenministerium beruft.

Polizeisprecher Matthias Pintak bestätigte gegenüber der Zeitung auch, dass das Auto einer Kollegin in vier Fällen beschädigt wurde. “Die Straftaten stehen mutmaßlich auch im Kontext der Clankriminalität”, heißt es von ihm dazu.

Polizistin soll in Wohnung oberhalb bei Clan beliebter Shishabar gezogen sein

Nach PAZ-Informationen soll die Polizistin aus Nordrhein-Westfalen nach ihrem Wechsel zum Kommissariat Peine in eine Wohnung oberhalb einer beim Clan beliebten - aktuell nicht geöffneten – Shishabar eingezogen sein. Das missfiel den Mitgliedern offenbar. Die Frage, ob die junge Frau nicht vor der Adresse gewarnt worden sei, ließ das Innenministerium am Donnerstag gegenüber der Zeitung unbeantwortet. Laut PAZ soll die Polizistin später bei einer Corona-Kontrolle in der Shishabar in ihrem Wohnhaus von Gästen des Etablissements erkannt worden sein. In der Folge zerkratzten offenbar Clan-Mitglieder den Lack ihres Autos, zerstachen ihr die Reifen und bedrohten sie. “Einmal wurde der Beamtin zudem mit dem Zerstören der Fensterscheibe ihrer Wohnung gedroht”, sagte ein Sprecher des Ministeriums der Zeitung.

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Laut “Bild” zog die Polizistin aufgrund der Einschüchterungen schließlich aus ihrer Wohnung aus und ließ sich nach Salzgitter versetzen. Das wollte das Innenministerium “zur Gewährleistung der Sicherheit der Beamtin” gegenüber der PAZ nicht bestätigen. Der Leiter der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel, Volker Warnecke, betonte aber demnach, dass sich die Polizei nicht einschüchtern lasse: “Die Beamtinnen und Beamten der Polizei Peine werden auch weiterhin mit Unterstützung benachbarter Dienststellen meiner Inspektion und auch unter Beteiligung anderer Polizeidienststellen unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten gegen Personen einschreiten, die sich nicht an die bestehenden Gesetze halten”, erklärte Warnecke am Donnerstag. “Die Bekämpfung der Clankriminalität ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit.”

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius verurteilt Vorfall

Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius reagierte laut PAZ auf den Fall: “Die bekannt gewordenen Vorkommnisse in Peine verurteile ich auf das Schärfste”, erklärte er. “Wir treten dieser Form von Kriminalität, die sich gerade dadurch auszeichnet, dass sie den Rechtsstaat nicht akzeptiert und ihre Vertreterinnen und Vertreter einzuschüchtern versucht, entschlossen und konsequent mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegen.”

RND/hsc

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