Giftige Spinne in Bananenkiste löst Feuerwehreinsatz in Krefelder Supermarkt aus

Blinde Passagiere: Exotische Spinnen werden gelegentlich in Bananenkisten im Supermarkt gefunden.

Blinde Passagiere: Exotische Spinnen werden gelegentlich in Bananenkisten im Supermarkt gefunden.

Krefeld. Eine handtellergroße giftige Spinne hat in einem Supermarkt in Krefeld für einen Feuerwehreinsatz gesorgt. Mitarbeitende des Lebensmitteldiscounters hätten das Tier am Montag in einer Bananenkiste aus der Dominikanischen Republik entdeckt, teilte die Feuerwehr mit. Sie hätten vorbildlich reagiert und die Kiste samt Bananen und Spinne in einem Plastiksack sicher verpackt. Die Feuerwehrleitstelle habe unterdessen einen Reptilienexperten zum Supermarkt geschickt.

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Weil die Angestellten das exotische Tier auch fotografiert hatten, konnte es schnell als Warmhaus-Riesenkrabbenspinne identifiziert werden, wie es weiter hieß. Diese sei in südamerikanischen Gefilden beheimatet. Ein Biss dieser Gattung sei zwar giftig, aber nicht tödlich. Die Spinne wurde in eine Transportkiste der Feuerwehr umgesiedelt und einem Tierrettungsdienst übergeben.

Diese Entdeckung machten die Mitarbeitenden

Diese Warmhaus-Riesenkrabbenspinne hatte sich in einer Bananenkiste in einem Supermarkt in Krefeld versteckt. Mitarbeitende entdeckten die Spinne und riefen die Feuerwehr.

Diese Warmhaus-Riesenkrabbenspinne hatte sich in einer Bananenkiste in einem Supermarkt in Krefeld versteckt. Mitarbeitende entdeckten die Spinne und riefen die Feuerwehr.

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Immer wieder Spinnen in Bananenkisten

Es kommt immer wieder vor, dass exotische Spinnen in Bananenkisten gefunden werden. Dass es sich dabei jedoch um die lebensgefährliche Bananenspinne handelt, ist laut dem staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe (SMNK) eher unwahrscheinlich. Bei der gefürchteten Spinnenart handelt es sich um die Brasilianische Wanderspinne, auch Phoneutria nigriventer genannt, die zu den giftigsten Spinnenarten der Welt gehört. Ihr Gift kann für Menschen lebensgefährlich sein. Wenn sie sich bedroht fühlt, reißt sie die Vorderbeine hoch und zeigt bei angehobenem Vorderkörper ihre rötlichen Giftklauen.

Lebende Spinnen kommen sehr selten nach Deutschland

Doch das SMNK gibt Entwarnung: Phoneutria kommt nur in Brasilien, Uruguay, Paraguay und Argentinien vor. Allerdings liefere von diesen Ländern nur Brasilien Bananen in die EU. Im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern ist die Menge aber gering: 8773 Tonnen kamen laut einer EU-Statistik aus Brasilien – und damit nur ein Bruchteil der fast fünf Millionen Tonnen.

Außerdem werden Bananen beim Transport nach Deutschland gründlich gereinigt, mit Insektiziden behandelt und durchgängig gekühlt, betont das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Demnach werden so gut wie nie lebende Spinnen auf Bananen gefunden, wenn diese in den Bananenreifereien in Deutschland ankommen.

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Harmlose Spinnen werden häufig verwechselt

Bei den Spinnenfunden in Bananenkisten in Deutschland handelt es sich deshalb fast nie um die tatsächliche Brasilianische Wanderspinne, sondern um andere Arten. Laut dem SMNK werden häufig harmlose Arten wie die Riesenkrabbenspinne - wie auch in Krefeld - oder die große Wanderspinne mit der Bananenspinne verwechselt. Die Bisse beider Gattungen sind mit einem Wespenstich vergleichbar und keinesfalls tödlich.

RND/dpa/rao

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