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Knöllchen in der Weihnachtszeit? Diese Stadt verteilt lieber Weihnachtsgrüße

  • Wer falsch parkt, bekommt für gewöhnlich ein Knöllchen.
  • Nicht so in der kleinen Nordseeküstenstadt Schortens: Hier werden in der Vorweihnachtszeit stattdessen Weihnachtsgrüße an Autofahrer verteilt.
  • Was steckt dahinter?
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Schortens. Wer falsch parkt, kassiert für gewöhnlich einen Strafzettel. Die kleine Stadt Schortens an der Nordseeküste (Landkreis Friesland) sieht das offenbar anders. Statt eines kostenpflichtigen Knöllchens werden hier seit einigen Tagen nette Weihnachtsgrüße verteilt. Sogar mit grinsendem Rentier in der Ecke.

Eine Einwohnerin aus Schortens hatte das Bild des ungewöhnlichen Knöllchens in einer Städtegruppe gepostet.

Ein „netter Strafzettel“ in Schortens. © Quelle: privat
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Darauf heißt es: „Sie haben heute sicherlich in unserer Stadt Einkäufe für die Feiertage erledigt. Wahrscheinlich waren Sie in Gedanken bei Ihrem Einkaufszettel, als Sie Ihr Fahrzeug parkten und die vorgeschriebene Parkscheibe vergessen haben.“

Wegen des „nahen Weihnachtsfestes“ wolle man von einer kostenpflichtigen Verwarnung absehen. „Wir bitten Sie jedoch, künftig die Beschilderung bzw. Verkehrsvorschriften zu beachten“, heißt es weiter auf dem laminierten Blatt Papier. „Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie frohe Festtage!“

Ist der Strafzettel echt?

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In den Kommentarspalten der Städtegruppe zeigen sich Nutzer begeistert. „Das ist eine supernette Geste. Nicht gleich mit dem Hammer. Find ich supi“, schreibt eine Nutzerin. „Super, ich verstehe nicht, wieso immer über die Stadt Schortens geschimpft wird. In keiner anderen Stadt habe ich so was bisher gesehen“, schreibt eine andere Einwohnerin. Ein weiterer deutet an, dass man in der nahe liegenden Großstadt Wilhelmshaven wahrscheinlich gleich „zwei Tickets dafür bekommen“ hätte.

Aber kann so ein netter Strafzettel überhaupt echt sein? Oder hat sich hier jemand einen Scherz erlaubt? Die Schortenserin Andrea Konrad bestätigte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) den Erhalt des laminierten Weihnachtsgrußes. Sie habe ihn am Dienstagmorgen auf der Windschutzscheibe ihres Wagens gefunden. Andere Nutzer auf Facebook berichten von ähnlichen Erlebnissen.

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Die Stadt Schortens erklärte am Mittwoch auf RND-Anfrage: "Ja, diese Weihnachtsgrüße stammen von der Stadt Schortens." Sie würden ausschließlich zur Weihnachtszeit verteilt - und auch ausschließlich an Autofahrer, die ihre Parkscheibe im Auto vergessen.

"Andere Ordnungswidrigkeiten, insbesondere die Nichteinhaltung von Halt- und Parkverboten werden, auch mit Blick auf die damit einhergehenden Gefahren, aber unverändert geahndet", so ein Sprecher der Stadt.

Nicht der erste Fall dieser Art

Ungewöhnlich sind solch nette „Strafzettel“ übrigens nicht. Im Jahr 2017 hatte die Stadt Passau mit einem „Null-Euro-Strafzettel“ für Aufsehen gesorgt. „Glück gehabt!“ stand auf dem ungewöhnlichen Knöllchen. Und weiter: „Wir hoffen, dass Sie zukünftig die Regelungen der StVO einhalten und damit ein Verwarnungsgeld vermeiden.“ Es folgte ein freundlicher Weihnachtsgruß.

Wie sich später herausstellte, waren die netten Knöllchen ebenfalls echt. Wie die „Passauer Neue Presse“ seinerzeit berichtete, wurden die Strafzettel in der Vorweihnachtszeit an Verkehrsteilnehmer mit kleineren Verstößen verteilt. Gerade zur Weihnachtszeit sei die Parkplatzsituation in der Stadt angespannt. Man habe sich mit den Autofahrern versöhnlich zeigen wollen, hieß es damals.

RND

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