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Schwere Folgen befürchtet

Klimawandel: Einzigartiges Moor in der Rhön droht auszutrocknen

Nasser Moorboden und Fichten im Schwarzen Moor. Wegen zunehmendem Baumbewuchs droht das Schwarze Moor in der Rhön zu verwalden und somit auszutrocknen.

Fladungen. Das Schwarze Moor in der Rhön trocknet immer weiter aus. Es helfe nur eine „Radikalkur“ schlussfolgern externe Experten in einem von der Regierung von Unterfranken beauftragten Gutachten. Durch Klimawandel und längere Trockenperioden sei das Moor, das die Gutachter als „deutschlandweit einmalig“ bezeichnen, schon jetzt „irreversibel geschädigt“. Es verheide und ein dichter Wald entstehe. Das Moor stehe im Trockenen.

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Das 85 Hektar große Moor in Unterfranken bei Fladungen (Landkreis Rhön-Grabfeld) ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel mit Rundweg und Aussichtsplattform: Das Moor ist auch wichtig fürs Klima. Laut Michael Succow aus Greifswald, einem der beiden Gutachter, speichern Moore weit mehr Kohlenstoff als Wälder. Verlieren sie Wasser, würden große Mengen Treibhausgase frei und verstärkten die Klimakrise.

Das Schwarze Moor ist laut den Experten besonders bedeutend, da es das einzige vollständige sogenannte Kermimoor Deutschlands ist. Kermimoore sind leicht gewölbte Hochmoore.

Verschiedene Zuständigkeiten erschweren Handeln

Dass etwas getan werden muss, scheint klar. Problematisch ist die Angelegenheit allerdings durch verschiedene Zuständigkeiten. Involviert sind unter anderem das Umweltministerium, das Forstministerium, die Regierung von Unterfranken als Höhere Naturschutzbehörde, das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen und das Landratsamt Rhön-Grabfeld.

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Der Rhön-Grabfelder Landrat Thomas Habermann (CSU) fordert seit längerem, die sich immer mehr ansiedelnden Bäume zu fällen beziehungsweise auszureißen. Über Parteigrenzen hinweg pflichten ihm die unterfränkischen Landtagsabgeordneten Patrick Friedl und Paul Knoblach (beide Grüne) bei.

Die Gutachter schlagen nun vor, vor allem wieder mehr Wasser im Moor aufzustauen und dort zu halten. „Wenn wir die Bäume rausreißen, keimen in den entstandenen Wunden neue Bäume besonders gut“, sagt Gutachter Succow. „Wenn nicht zunächst das Wasser steigt, ist das ein nicht endender Kampf“, so Succow. Rausreißen alleine sei daher keine Lösung.

Umwelt- und Forstministerium wollen nach eigenen Angaben nun prüfen, wie der Wasserhaushalt weiter verbessert werden könne. Bäume sollen nur probeweise und kleinflächig entnommen werden. „Alle Beteiligten müssen jetzt vor Ort anpacken. Das Schwarze Moor soll ein intaktes offenes Moor bleiben“, sagt Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler).

RND/dpa

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