Kindesmisshandlung: Eltern lassen Säugling verwahrlosen

  • Ein junges Paar steht am Dienstag (24. September) in Altona vor Gericht.
  • Es soll sein Baby lebensgefährlich verletzt haben, habe ihm zu wenig Pflege und Nahrung zukommen lassen.
  • Der kleine Junge kann nicht mehr bei seinen Eltern leben.
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Ein junges Paar steht am Dienstag im Hamburger Stadtteil Altona vor dem Jugendschöffengericht. Dort muss es sich wegen Verletzung der Fürsorgepflicht und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Laut Anklage sollen die Eltern ihr Baby schwer misshandelt haben.

In zwei Fällen soll der 20-jährige Vater laut einem Bericht der Hamburger „Morgenpost“ das nur wenige Wochen alte Kind lebensgefährlich verletzt haben. Er habe den schreienden Säugling so stark an seine eigene Brust gedrückt, dass der Junge eine Blutung in der Brusthöhle erlitt. Mehrere Rippen seien ihm dadurch gebrochen worden. Das Baby lag zehn Tage auf der Kinderintensivstation – wegen akuter Lebensgefahr.

Der Säugling wurde unterversorgt, litt an schweren Hautkrankheiten

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Das Kind sei außerdem nicht gut versorgt worden. In einem Zeitraum von fünfeinhalb Wochen habe es nur 160 Gramm zugenommen – ein Sechstel der normalen Gewichtszunahme. Es habe überdies ein starkes Exzem und eine Pilzinfektion ausgebildet.

Sollten die Eltern nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, können sie mit Haftstrafen bis zu fünf Jahren rechnen. Würde der Vater wegen gefährlicher Körperverletzung nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt, könnte er mit einer Haftstrafe bis zu zehn Jahren bedacht werden. Der kleine Junge, so ein Gerichtssprecher, lebe inzwischen in einer Pflegefamilie.

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Von RND/hal