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Kinderschützer: Internet hat Dimension von Missbrauch “gigantisch verschlimmert”

  • Lügde, Bergisch-Gladbach und jetzt Münster: Immer wieder erschüttern schreckliche Missbrauchsfälle Deutschland.
  • Für die Kinderschutzorganisation Innocence in Danger ist das kein Zufall.
  • Digitale Medien und Internet hätten die Dimension von Missbrauch gigantisch verschlimmert, warnt die Organisation.
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Berlin. Der Missbrauchsfall von Münster könnte nach Ansicht der Kinderschutzorganisation Innocence in Danger die Wahrnehmung von Missbrauchstaten in der Gesellschaft erhöhen. "Sexueller Missbrauch zieht sich durch alle sozialen Schichten", sagte Julia von Weiler, die Geschäftsführerin der Bewegung gegen Kindesmissbrauch, der Deutschen Presse-Agentur. Im Fall von Münster ist ein IT-Techniker der Hauptverdächtige, ein Tatort liegt in einer Kleingartenanlage in der Stadt.

Sie sei dankbar, dass dieser neu bekannt gewordene Fall große Aufmerksamkeit bekomme, sagte Weiler. Denn nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation erlitten in Deutschland eine Million Kinder jährlich sexuellen Missbrauch. Daraus ergebe sich, dass jeder von uns Betroffene - Kinder und Täter - kenne. Erwachsene müssten aufmerksam sein für die Signale von Kindern, und diese müssten sich anvertrauen können, forderte sie. "Kinder in Not sind angewiesen auf Erwachsene, die sie schützen", sagte die Geschäftsführerin von Innocence in Danger. Die Berliner Organisation ist Teil eines internationalen Netzwerks zum Schutz von Kindern.

Digitale Medien und Internet hätten die Dimension von Missbrauch gigantisch verschlimmert. “Es macht es einfacher für die Täter, sich zu organisieren und Missbrauchsdarstellungen auszutauschen”, sagte Weiler. Im Missbrauchsfall von Münster hatten die Ermittler eine große Menge an Daten vorgefunden, die noch lange nicht entschlüsselt sind. Das sei bisher nur die Spitze eines riesigen Eisbergs, erklärte die Organisation.

RND/dpa

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