• Startseite
  • Panorama
  • Kieler Veterinäramt nimmt Frau ihren Hund weg – kurze Zeit später ist er tot

Kieler Veterinäramt nimmt Frau ihren Hund weg – kurze Zeit später ist er tot

  • In Kiel hat das Veterinäramt einer Hundebesitzerin in ihrer Abwesenheit ihren Vierbeiner weggenommen.
  • Diese wehrt sich mit einem Anwalt.
  • Ein paar Tage später erhält sie die Nachricht, dass der Golden Retriever Paul tot ist.
Anzeige
Anzeige

Kiel. Hund Paul soll im Garten gelegen haben, mit Wasser und Leckerlis. Das erzählt seine Besitzerin: Doch als sie am Nachmittag des 13. Juni nach Hause gekommen sei, sei Paul weg gewesen. Stattdessen lag ihren Aussagen zufolge ein Brief vom Veterinäramt dort mit der Nachricht, dass der 15-jährige Rüde in die Obhut des Tierheims gegeben worden sei, weil er abgemagert draußen gelegen habe, ohne Trinkwasser. Das berichten die „Kieler Nachrichten“ (KN).

Der Golden Retriever soll laut Besitzerin schon altersschwach gewesen sein und habe nicht mehr lange zu leben gehabt, wie sie der Zeitung berichtete. Doch sie habe sich liebevoll um ihn gekümmert – und auf dem Sofa geschlafen, damit sie auch nachts in seiner Nähe sein konnte. Mit einem Anwalt habe sie nach der Wegnahme vom Veterinäramt versucht, ihren Hund Paul zu besuchen und ihn zurückzubekommen. Doch einige Tage später erfährt die Kielerin laut dem Bericht, dass ihr Hund eingeschläfert worden ist.

Tierheim erklärt Einschläferung des Hundes

Anzeige

Doch wie kam es dazu? „Paul war auch nach der ersten Notversorgung in einem gesundheitlich schlechten Zustand, eine Heilung war zu diesem Zeitpunkt aus Sicht des externen Tierarztes und der Amtstierärztin ausgeschlossen“, teilt das Tierheim Uhlenkrog, wo Paul hinkam, den „KN“ in einem weiteren Bericht mit. „Eine Euthanasie erfolgte nach Anweisung des zuständigen Veterinäramtes.“ Die Verantwortung und die Entscheidungen über dieses Tier habe nicht in der Hand des Tierheims, sondern bei den Amtstierärzten gelegen.

Anzeige

Der Hund sei nach der Inobhutnahme sofort notmedizinisch betreut worden, heißt es weiter. Danach sei er stabil gewesen, doch hätten die Verantwortlichen nach einer anschließenden Untersuchung die Entscheidung getroffen, ihn einzuschläfern. Später äußert sich auch die Stadt Kiel gegenüber der Zeitung zu dem Fall: „Eine Euthanasie ist die absolut letzte amtstierärztliche Maßnahme. Sie ist in den vergangenen fünf Jahren im aktuellen Fall zum ersten Mal unausweichlich gewesen, um ein Tier von seinen erheblichen Schmerzen, Schäden und Leiden zu erlösen“, heißt es.

Warum wurde die Besitzerin nicht über die Einschläferung informiert?

Anzeige

Allerdings erklärt die Stadt laut „KN“ nicht, warum die Besitzerin ihren Hund nicht besuchen durfte, nicht über seinen Zustand informiert wurde und erst im Nachhinein von der Einschläferung erfahren hat. Akteneinsicht hat der Anwalt der Frau laut eigenen Aussagen gegenüber der Zeitung erst nach dem Tod des Hundes erhalten. Die Stadt prüft demnach derzeit die Einleitung eines Bußgeldverfahrens und eine Strafanzeige gegen die Besitzerin. Der Leichnam des Hundes werde in der Pathologie des Landeslabors untersucht. Dies soll zur Klärung des Gesundheitszustandes beitragen.

RND/goe

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen