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“Zum Mohrenkopf”: Schwarzer Gastronom will sein Restaurant nicht umbenennen

Andrew Onuegbu, Betreiber des Restaurants “Zum Mohrenkopf”, hält nichts von der aktuellen Namensdebatte.

Andrew Onuegbu, Betreiber des Restaurants “Zum Mohrenkopf”, hält nichts von der aktuellen Namensdebatte.

Kiel. Der schwarze Gastronom Andrew Onuegbu bekommt derzeit Interviewanfragen aus der ganzen Welt. Der Grund: Der Restaurantbetreiber aus Kiel stellt sich der Umbenennung von Einrichtungen wie Hotels, Restaurants und Apotheken mit rassistischen Namen entgegen. Sein Restaurant “Zum Mohrenkopf” wolle er deshalb auch keinesfalls umbenennen, berichtet er den “Kieler Nachrichten”.

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Damit steht Onuegbu ziemlich alleine da. In Kiel soll die Mohren-Apotheke in der Holtenauer Straße in Raths-Apotheke umbenannt werden. In Berlin wurde beschlossen, dass die Mohrenstraße künftig Anton-Wilhelm-Amo-Straße heißen soll. Und das Hotel Drei Mohren in Augsburg heißt künftig Maximilians.

“Ich bin ein Mohr und stolz darauf”

Onuegbu allerdings sagt: “Ich bin als Mohr auf die Welt gekommen und stolz darauf.” Der 47-Jährige wurde im nigerianischen Biafra geboren und kam 1992 nach Deutschland. “Menschen müssen sich zu ihrer Hautfarbe bekennen, wir haben sie uns nicht ausgesucht und müssen dazu stehen.” Für ihn sei der Begriff Mohr nicht rassistisch behaftet – das Gegenteil sei sogar der Fall. “Der Mohrenkopf war im Mittelalter eine Auszeichnung für gutes Essen”, sagt Onuegbu.

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“Dort gingen früher Fürsten essen, an den Eingangstüren gab es damals Mohrenkopfsymbole als Qualitätszeichen, dass dort ein Mohr kocht.” Aufgrund dieses geschichtlichen Hintergrunds wählte der Familienvater den Namen bewusst, als er 2007 das Restaurant in der Sandkuhle eröffnete. “Mohren sind als gute Köche und Mediziner bekannt.”

“Nicht in die Opferrolle fallen”

Die derzeitige Namensdebatte bezeichnet er als übereifrig. “Die Diskussion gegen Rassismus wird am falschen Ende geführt und beruht auf Unwissenheit und falschen Forderungen.” Selbstverständlich gebe es Rassismus auch in Deutschland, sagt Onuegbu. Dennoch rät er schwarzen Personen, nicht die Opferrolle einzunehmen und überall Diskriminierung und Benachteiligung zu befürchten.

Und auch an seine weißen Mitmenschen hat Onuegbu einen Appell: “Ich möchte als Schwarzer nicht erklärt bekommen, wann meine Gefühle verletzt werden. Das ist auch eine Form von Rassismus.”

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RND/msc

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