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Sieben Verletzte nach Tornado in Kiel – Unwetterwarnung für Nordseeküste

Die Windhose in unmittelbarer Nähe der Kieler Innenstadt.

Die Windhose in unmittelbarer Nähe der Kieler Innenstadt.

Kiel. Menschen werden durch die Luft geschleudert und ins Wasser gerissen: Bei einem Tornado sind am frühen Mittwochabend in Kiel laut Polizei mehrere Menschen verletzt worden. Der Tornado sei über die Kiellinie gezogen. Vier Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr bei dem Ereignis gegen 18.00 Uhr schwer verletzt. Drei hätten zudem mittelschwere Verletzungen erlitten, mehrere Menschen seien leicht verletzt worden.

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Tornado wütet in Kiel: Menschen ins Wasser geweht, mehrere Verletzte

Ein Tornado zieht laut Polizei an der Kiellinie entlang. Menschen werden ins Wasser gespült oder von Gegenständen getroffen. Es gibt mehrere Verletzte.

Bei dem Versuch, zwei Ruderboote aus dem Wasser zu retten, seien mehrere Ruderer auf einem Steg überrascht worden, teilte die Feuerwehr weiter mit. „Sie sind vollständig durcheinander gewirbelt worden und dabei sind auch Leute ins Wasser gefallen.“ Einige hätten umherfliegende Gegenstände an den Kopf bekommen. 60 Helfer waren vor Ort, der Einsatz dauerte etwa zwei Stunden.

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„Das kennt man sonst nur aus dem Fernsehen“

Der Vorsitzende des Ersten Kieler Ruder-Clubs von 1862, Bernd Klose, sagte: „Es sind Menschen betroffen. Das ist traurig.“ Rund um den Verein erinnerten am späten Abend ein umgestürzter Baum, abgerissene Äste oder ein umgekippter Müllbehälter an das heftige Ereignis. „Da ist viel durch die Gegend geflogen“, sagte ein Mitarbeiter eines nahen Lokals. „Das hat alle emotional mitgenommen.“

Der Tornado hat nach Angaben der Polizei am frühen Mittwochabend in Kiel mehrere Menschen durch die Luft gewirbelt und ins Wasser gespült.

Der Tornado hat nach Angaben der Polizei am frühen Mittwochabend in Kiel mehrere Menschen durch die Luft gewirbelt und ins Wasser gespült.

„Ich habe in meinem Fahrzeug Schutz gesucht und gehofft, dass alles gut geht“, sagte ein Lkw-Fahrer den „Kieler Nachrichten“ über die Situation an der Kiellinie. Zunächst habe sich die Windhose auf seinen Lkw zu bewegt, sei dann aber abgedreht. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das kennt man sonst nur aus dem Fernsehen.“

Im Netz waren zahlreiche Videos des Vorfalls zu sehen. „Das ist ja der Hammer“, hörte man eine Stimme beim Anblick des Tornados auf einem Twitter-Video.

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Die Windhose habe zudem in den Stadtteilen Moorsee und Meimersdorf im Süden Kiels teils schwere Schäden an Hausdächern verursacht. Auch Bäume seien entwurzelt worden, berichten die „Kieler Nachrichten“.

DWD-Meteorologe geht von Tornado aus

„Auf Grundlage von Bildern gehen wir davon aus, dass es sich um einen Tornado handelte“, sagte Michael Bauditz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Deutschen Presse-Agentur. Endgültig könne er es noch nicht sagen.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls saß Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) im Wirtschaftsausschuss der Stadt und erfuhr durch eine SMS der Feuerwehr von dem Sturm. Kurz danach habe er eine Kurznachricht seines Sohnes erhalten, der auf dem Weg zum Rudertraining bei dem Club war, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Sein Sohn habe Glück gehabt, sei erst wenige Augenblicke nach dem Tornado dort eingetroffen. „Da sieht man, wie schnell sowas geht“, sagte der Verwaltungschef. Er sprach der Feuerwehr und den Rettungskräften seinen großen Dank aus.

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Ex-SPD-Bundesvize Ralf Stegner twitterte am Abend: „Alles Gute für die Verletzten des heutigen Tornados, der über Kiel hinweggefegt ist!“

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Mitte August hatte ein Tornado schwere Schäden in Ostfriesland angerichtet. Weggerissene Hausgiebel, umgestürzte Fahrzeuge und zahllose Trümmerteile von Dächern und Zäunen zeugten davon, mit welcher Gewalt der Tornado über die Gemeinde Großheide gezogen war. Verletzt wurde laut Feuerwehr damals niemand.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine Unwetterwarnung für die schleswig-holsteinische Nordseeküste herausgegeben. Bis Donnerstagvormittag sind demzufolge an der Nordsee orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 110 Kilometer pro Stunde aus West bis Nordwest zu erwarten. In Nordfriesland und Dithmarschen sei zudem mit Starkregen zu rechnen. Im Binnenland und an der Ostsee soll es zu Sturmböen kommen.

RND/dpa/seb

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