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Keine Welpen unterm Tannenbaum: Viele Tierheime legen Vermittlungsstopp zur Weihnachtszeit ein

  • Alle Jahre wieder landen Hund, Katze und Kaninchen noch immer als Geschenk unter dem Tannenbaum.
  • Um das zu verhindern, legen viele Tierheime in NRW einen Vermittlungsstopp über die Weihnachtstage ein.
  • Die jahrelange Aufklärung von Tierschutzverbänden zahlt sich aber langsam aus.
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Düsseldorf. Viele Tierheime in Nordrhein-Westfalen vermitteln über die Weihnachtszeit keine Haustiere. "Die Leute kommen ein bisschen in die sentimentale Stimmung. Tiere zu verschenken, ist ehrlich gesagt aber nur doof", sagte Elke Sans, Katzenrevierleiterin im Konrad-Adenauer-Tierheim in Köln. Dort werden vom 21. Dezember bis Anfang Januar daher keine Vierbeiner an neue Besitzer abgegeben.

"Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum", warnte auch der Deutsche Tierschutzbund. Nach unüberlegten Geschenken landeten die Tiere nämlich oft nach kurzer Zeit wieder im Tierheim oder auf der Straße.

Rosa-rote Brille statt Realitätsbrille

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Viele wüssten nicht, wie anstrengend ein Haustier im Alltag sein kann. "Man ist viel eher mit der rosa-roten Brille als mit der Realitätsbrille ausgestattet", erklärte Sans. In Tierheimen in Dortmund, Duisburg und Bochum gibt es bereits in der Vorweihnachtszeit so einen Vermittlungsstopp. "Wir wollen nicht, dass Tiere unterm Weihnachtsbaum landen", sagte Nina Schmidt, Vorstandsmitglied im zuständigen Tierschutzverein in Bochum. Dort können Besucher 14 Tage vor Heiligabend keine neuen Haustiere mehr abholen. Spätestens wenn der nächste Urlaub in den Schulferien anstünde, hätten viele Leute die Freude an ihrem Geschenk wieder verloren.

Auch der Landestierschutzverband empfiehlt allen gut 80 zugehörigen Tierheimen in NRW einen Vermittlungsstopp. Vor allem Kaninchen, Meerschweinchen, Katzen- oder Hundewelpen landeten gerne als Geschenk unter dem Tannenbaum - zum Beispiel, um den Kindern eine Freude zu bereiten. "Die Entscheidung sollte immer mit Augenmaß getroffen werden", riet der Verbands-Vizepräsident Ralf Unna. Allerdings sei durch jahrelange Aufklärung die Zahl an Tiergeschenken zurückgegangen, besonders Spontankäufe bei Hunden.

Ausführliche Gespräche zwischen Tierheimmitarbeitern und Interessenten

In Städten wie Essen, Münster und Düsseldorf haben Tierheime keinen Vermittlungsstopp veranlasst. Dort führten Mitarbeiter aber ausführliche Gespräche mit den Interessenten, bevor sie einen Schützling ihrem neuen Besitzer übergeben. "Man merkt das doch, wenn jemand auf den letzten Drücker ein Geschenk braucht", sagte eine Sprecherin des Tierheims in Münster. Das Albert-Schweitzer-Tierheim in Essen hat bislang keine schlechten Erfahrungen mit Tiergeschenken gemacht: In den vergangenen zehn Jahren gab es dort laut einer Mitarbeiterin nur einen Fall, wo ein Hund verschenkt und wieder zurückgegeben wurde.

RND/dpa

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