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Australien wirft britische Verschwörungstheoretikerin aus dem Land

  • Trotz geschlossener Grenzen erhält die britische Rechtsaußen-Stimme Katie Hopkins zunächst eine Einreisegenehmigung für Australien.
  • Doch dann verbreitet sie vom Quarantänehotel aus krude Verschwörungstheorien.
  • Daraufhin verweist die australische Regierung sie kurzerhand des Landes.
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Einige Medien haben sie bereits zur „meist gehassten Frau Großbritanniens“ gekürt: Ohne Frage ist Katie Hopkins eine provokante Stimme, die die Gemüter spaltet. Die Kommentatorin und ehemalige Reality-TV-Kandidatin ist für ihre ultrarechten Ansichten berüchtigt.

Dass Hopkins überhaupt nach Australien fliegen durfte, liegt daran, dass sie eigentlich in der „Big Brother VIP“-Show des australischen Fernsehsenders Seven auftreten sollte. Die Macher erhofften sich wohl hitzige Debatten von der Britin. Doch Hopkins startete die Kontroverse bereits aus der zweiwöchigen Hotelquarantäne, die derzeit für alle Pflicht ist, die nach Australien einreisen.

Instagram-Post von Hopkins verärgerte Australier

Am Samstagmorgen postete die Britin ein Video aus ihrem Hotelzimmer in Sydney auf Instagram, das inzwischen gelöscht wurde. Die australische Fünf-Millionen-Stadt ist seit Ende Juni im Lockdown, nachdem sich die Delta-Variante ausbreitete. Auch Melbourne ist wegen eines erneuten Corona-Ausbruchs seit vergangener Woche dicht. In dem Clip nannte Hopkins die Covid-19-Ausgangssperren „den größten Schwindel in der Geschichte der Menschheit“. Gleichzeitig scherzte sie darüber, wie sie gegen die australischen Quarantäneregeln verstoßen wolle. Beispielsweise plane sie, das Personal zu „erschrecken“, indem sie nackt und ohne Maske ihre Hoteltür öffne.

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Hopkins ist auch in ihrer Heimat in Großbritannien bereits wegen inakzeptabler Kommentare aufgefallen. 2017 verlor sie ihre Position als Radiomoderatorin, nachdem sie nach den Terroranschlägen in der Manchester Arena eine „Endlösung“ gefordert hatte. Auch Twitter hat ihr Konto bereits im vergangenen Jahr dauerhaft gesperrt, nachdem sie die Plattform für „hasserfüllte“ Kommentare nutzte.

Hopkins durfte trotz Grenzschließung einreisen

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In Australien erregte sie nicht nur wegen ihrer kruden Verschwörungstheorie um die Pandemie Ärger. Rein der Fakt, dass sie trotz geschlossener Außengrenzen einreisen konnte, stieß den Menschen negativ auf. „Ich hatte viele Tiefpunkte in dieser Pandemie, aber der Katie-Hopkins-Bullshit hat mich vor Wut rasend zurückgelassen“, schrieb die Australierin Jill Stark beispielsweise auf Twitter. „Es zeigt die schiere Verachtung unserer Regierung für jeden Australier, der durch die geschlossenen internationalen Grenzen von seiner Familie getrennt ist.“ Die australische Staatsbürgerschaft sei nichts wert und das Land „kaputt“, beschwerte sie sich weiter.

Aufgrund der begrenzten und teuren Flugoptionen und Quarantänekosten steckten zeitweise bis zu 40.000 Australier im Ausland fest. Dass gleichzeitig Prominente wie Hopkins oder auch etliche Hollywoodstars wie Matt Damon, Natalie Portman, Zac Efron, Julia Roberts oder Chris Pratt einreisen durften, verärgerte viele Bürger.

Horrende Preise für Australien-Flüge

Auch die Auslandsreisen einiger australischer Politiker erregten die Gemüter in den vergangenen Wochen. Premierminister Scott Morrison sorgte bereits wegen seines Besuches beim G7-Gipfel in Großbritannien für Unmut, nachdem er diesen für private Stippvisiten nutzte. Später entwickelte sich eine hitzige Diskussion um die Tokio-Reise von Annastacia Palaszczuk, der Premier des Bundesstaates Queensland, die nach Japan gereist ist, um dort Stimmung für Brisbanes Olympiabewerbung für 2032 zu machen.

Palaszczuk war zuvor eine der lautesten Stimmen gewesen, als es darum ging, Quarantäneplätze für rückkehrende Australier zu reduzieren. Dies wurde im Juli aus Angst vor der Delta-Variante beschlossen. Seitdem dürfen pro Woche nur etwas mehr als 3000 Menschen einreisen. Als Reaktion stiegen die Preise für Australien-Flüge teilweise auf mehrere Zehntausend Dollar.

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Produktionsfirma kündigte Vertrag mit Hopkins

Katie Hopkins unpassende Bemerkungen und ihr Verhalten brachten das Fass nun quasi zum Überlaufen. Die Produktionsfirma der Fernsehsendung kündigte den Vertrag mit ihr umgehend und Australiens Innenministerin Karen Andrews gab bekannt, dass auch das Visum der Britin storniert worden sei. Im Interview mit dem Sender ABC sagte die Politikerin, das Verhalten von Hopkins sei „beschämend“ gewesen. Sie nannte es „einen Schlag ins Gesicht für all die Australier, die derzeit im Lockdown sind“. Die Britin werde nun so schnell wie möglich des Landes verwiesen und müsse ausreisen.

Dass die umstrittene Kommentatorin angesichts der geschlossenen Grenzen überhaupt ein Visum erhielt, begründete sie damit, dass man dies ursprünglich als einen „wirtschaftlichen Vorteil“ für Australien gesehen habe. Doch vor der Pandemie hatte Australien Personen, denen die Regierung einen „schlechten Charakter“ bescheinigt, die Einreise oftmals verweigert. Beispielsweise wurde eine Australientour des britischen Verschwörungstheoretikers David Icke blockiert und auch die US-Whistleblowerin Chelsea Manning erhielt kein Australienvisum.

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