Katholisches Institut geht gerichtlich gegen Gottesdienstverbot vor

  • In Berlin will ein katholisches Institut über den Rechtsweg erreichen, dass trotz Corona-Krise Gottesdienste mit maximal 50 Teilnehmern wieder erlaubt werden.
  • Das Verbot sei “ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte”.
  • Das Institut pocht darauf, dass im Gottesdienst Mindestabstand und Hygieneregeln eingehalten werden.
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Berlin. Der Propst des römisch-katholischen Instituts St. Philipp Neri in Berlin, Gerald Goesche, hält eine gerichtliche Überprüfung des aktuellen Gottesdienstverbots für notwendig. Die Religionsfreiheit gehöre zu den grundgesetzlich verbrieften Rechten, und das Verbot wegen der Corona-Krise sei ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte, kritisierte Goesche am Sonntag. "Deshalb hat sich der Freundeskreis unseres Instituts dazu entschlossen, den Rechtsweg zur Überprüfung zu beschreiten und einen entsprechenden Antrag beim Verwaltungsgericht eingereicht." Ein Sprecher des Gerichts erklärte, der Antrag sei eingegangen. Es soll im Lauf der Woche über ihn entschieden werden.

Goesche erläuterte, mit diesem Schritt solle geklärt werden, ob es gerade in der Karwoche und zu Ostern öffentliche Gottesdienste mit bis zu 50 Teilnehmern geben könne. "Vor drei Wochen hat es noch diese Möglichkeit gegeben. Wir haben seinerzeit den Berliner Vorgaben entsprechend Listen geführt und alle Gottesdienstbesucher erfasst. In der Kirche selbst konnten und können wir den geforderten Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen den Gläubigen gewährleisten. Darin haben wir Übung", so Goesche.

Auch unter Gäubigen Angst vor Corona-Infektion

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Der Propst betonte, dass man sich vor Infektionen mit dem Covid-19-Virus schützen müsse. Auch unter den Gläubigen gebe es die Furcht vor Ansteckung. Deshalb seien Vorsichtsmaßnahmen wichtig. "Es muss jedoch einen Mittelweg geben zwischen einem totalen Verbot und einer kompletten Freigabe."

RND/dpa

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