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Kannibalismusverdacht: Polizei findet Messer, Sägen und Blutspuren in Wohnung

Nach dem Fund von Überresten eines seit rund zwei Monaten vermissten Mannes aus Berlin gibt es Hinweise auf Kannibalismus.

Berlin. Bei dem möglichen Fall von Kannibalismus in Berlin geht die Staatsanwaltschaft von einem Sexualmord aus niederen Beweggründen aus. Es gehe um den Verdacht einer Tat zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, sagte Behördensprecher Martin Steltner am Freitag in Berlin. Der mutmaßliche Täter, ein 41-Jähriger, habe im Internet zu Kannibalismus recherchiert und sich auf einer Datingplattform bewegt, wo er auch zum Opfer Kontakt gehabt habe, so Steltner. In der Wohnung des Verdächtigen seien „einschlägige Werkzeuge“ wie etwa Messer und Sägen sowie Blutspuren gefunden worden. Von einem Einverständnis des Opfers gehen die Ermittler nicht aus: Es gebe keine Hinweise auf Einvernehmlichkeit, betonte Steltner.

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Das 44-jährige Opfer Stefan T., ein Monteur im Hochleitungsbau, wurde seit der Nacht zum 6. September vermisst. Später wurden Knochen gefunden. Der Vermisstenfall habe dann diese tragische Wendung genommen, sagte Steltner. Auf die Spur des Verdächtigen, eines Deutschen, der Lehrer sein soll, seien die Ermittler unter anderem durch den Hinweis eines Taxifahrers gekommen. Dieser habe Angaben zum letzten Zielort des Vermissten machen können. Letztlich hätten Mantrailer-Hunde von zwei verschiedenen Orten aus zur Wohnung des Tatverdächtigen geführt.

Erinnerungen an den „Kannibalen von Rotenburg“

Gegen den 41-Jährigen war bereits am Donnerstag Haftbefehl erlassen worden. Der Fall erinnert teilweise an den „Kannibalen von Rotenburg“ von 2001. Damals hatte ein Computertechniker seinem Berliner Internetbekannten erst den Penis abgeschnitten, ihn dann erstochen, zerlegt und später große Teile des Körpers aufgegessen. Allerdings erfolgte diese Tat auf ausdrückliches Verlangen des Opfers. Der Täter ist noch immer in Haft.

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RND/dpa

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