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Kampf gegen Wassermangel: Leipzig will zur „Schwammstadt“ werden

  • In Leipzig soll Regenwasser in Zukunft wie in einem Schwamm aufgesaugt und gespeichert werden.
  • In ersten Stadtquartieren werden entsprechende Maßnahmen bereits umgesetzt.
  • Verantwortliche erklären, was es mit dem Ziel, eine sogenannten Schwammstadt zu werden, auf sich hat.
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Leipzig. Als Reaktion auf den Klimawandel und die damit einherschreitende Wasserknappheit soll Leipzig zu einer sogenannten Schwammstadt werden. Der ungewöhnliche Name bedeutet, dass Regenwasser nicht über die Kanalisation abgeleitet wird, sondern erhalten bleibt – wie bei einem Schwamm. Die Anstrengungen hätten hohe Priorität, betonten Stadtverwaltung und Kommunale Wasserwerke Leipzig gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ).

In der Theorie der „Schwammstadt“ – englisch „Sponge City“ – wird Regenwasser zum Beispiel durch viele Grünflächen oder mittels gelöcherter Straßen im Erdreich in der Stadt gehalten und gespeichert. Konkret umgesetzt werde das Konzept derzeit an neuen Wohngebieten am Eutritzscher Freiladebahnhof und westlich des Leipziger Hauptbahnhofs, berichtet die „LVZ“. „Dort sind sehr innovative Lösungen geplant“, sagte Wasserwerke-Geschäftsführer Urlich Meyer, der betonte, dass es in Leipzig den politischen Willen gebe, das Thema umfassend und koordiniert anzugehen. Als Beispiele nannte er die Bereitstellung von jeweils 500.000 Euro für ein Gründachförderprogramm in diesem und dem nächsten Jahr.

Feuchtigkeit in Stadtquartieren speichern

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Dass Maßnahmen notwendig seien, betonten die Verantwortlichen gegenüber der „LVZ“: „Die Stadt heizt sich immer stärker auf“, sagte Umweltamtsleiter Peter Wasem. Nicht nur die Temperaturunterschiede zwischen Stadt und Land würden wachsen, sondern auch die im Stadtgebiet. „Die Differenz zwischen den höchsten Tagestemperaturen auf versiegelten, schlecht belüfteten Gebieten und den kühlsten Flecken im Stadtgrün – zum Beispiel im Gras einer von Bäumen beschatteten Wiese – erreichen in Leipzig schon heute bis zu zehn Grad“, so Wasem. Die Lebensqualität in den Wohnvierteln hänge auch davon ab, ob es gelinge, dort möglichst viel Feuchtigkeit zu speichern.

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Klar sei, dass es eines langen Atems bedürfe, um von den Potenzialen der „Schwammstadt“ zu profitieren. „Das ist eine Aufgabe von ein bis zwei Generationen“, so Wasem laut „LVZ“. „Doch von den Grundlagen, die wir jetzt schaffen, werden unsere Nachgeborenen profitieren.“

RND/seb

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