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Kältewelle in den USA: Tote und fast fünf Millionen Menschen ohne Strom

  • Eine arktische Kaltfront hat mehrere US-Staaten im Griff.
  • In Minnesota war es mit minus 39 Grad Celsius am kältesten.
  • Selbst im eher für Hitzewellen bekannten Texas wird es eisig kalt.
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Austin. Ein Kälteeinbruch hat im US-Staat Texas vermutlich zwei Menschen das Leben gekostet. Für mehr als vier Millionen Menschen fiel die Stromversorgung aus. Zumindest am Dienstag könnten viele Häuser wohl nicht beheizt werden, erklärten die Behörden. Die Folgen der Kältewelle waren selbst in Mexiko zu spüren.

Eine arktische Kaltfront hat weite Teile der USA im Griff. Die Gouverneurin von Kansas, Laura Kelly, rief bei Temperaturen um minus 34 Grad Celsius den Katastrophenfall aus. Ebenso Gouverneur Greg Abbott für ganz Texas. US-Präsident Joe Biden schaffte die Voraussetzung für zusätzliche Bundeshilfe, indem er am Sonntagabend für Texas den Notfall ausrief. Zudem wurden in Texas, Oklahoma und Arkansas Einheiten der Nationalgarde aktiviert, um etwa liegengebliebenen Autofahrern zu helfen.

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Schnee und Eis auch in den USA
1:32 min
Es gab Wintersturmwarnungen für den größten Teil der Golfküstenregion, Oklahoma und Missouri.  © Reuters
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Impfstoff-Lieferungen gestoppt

Die Lieferung von Coronavirus-Impfstoffen kam zum Erliegen. 3000 Flüge wurden abgesagt, 1600 davon an den Flughäfen Dallas/Fort Worth und Bush Intercontinental in Houston. Beide Flughäfen wurden am Montag bis mindestens Dienstagnachmittag (Ortszeit) geschlossen. Auch die größte Raffinerie der USA in Port Arthur machte wegen der Kälte dicht. In Dallas/Fort Worth wurden Temperaturen um minus 15 Grad Celsius gemessen. Das waren drei Grad weniger als in Moskau.

Die beiden Toten wurden an Straßen im Gebiet von Houston gefunden. Die Todesursache stand noch nicht fest, die Behörden gingen jedoch davon aus, dass sie wegen der niedrigen Temperaturen gestorben sind. Die Kälte gehe selbst über Extremszenarien hinaus, für die Texas vorgesorgt habe, sagte der Einsatzleiter des Netzbetreibers Electric Reliability Council of Texas, Dan Woodfin.

Kälterekord in Minnesota

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In Houston wärmten sich mehr als 500 Menschen in Notunterkünften auf. Einige Wärmestuben mussten geschlossen werden, weil auch dort wegen Stromausfällen nicht geheizt werden konnte, wie Bürgermeister Sylvester Turner sagte. In Austin und San Antonio mussten Supermärkte schließen, weil die Kommunen nicht genügend Maschinen hatten, um die Straßen zu räumen.

In Minnesota wurde in Hibbings/Chisholm mit minus 39 Grad ein Kälterekord gemessen, in Sioux Falls/South Dakota sank das Thermometer auf minus 26 Grad.

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Die meisten Behörden und Schulen waren am Presidents Day - einem Feiertag zu Ehren aller US-Präsidenten - geschlossen. Dennoch wurden zahlreiche Verkehrsunfälle gemeldet, in Louisiana allein 75, die auf die Wetterverhältnisse zurückgeführt wurden. Der Gouverneur von Kentucky, Andy Beshear, warnte vor unnötigen Fahrten: „Es ist glatt und gefährlich.“

Die Kältewelle traf die USA während eines langen Wochenendes mit den meisten Flugreisenden seit dem Jahreswechsel. Mehr als eine Million Menschen passierten Sicherheitskontrollen der Flughäfen am Donnerstag und Freitag. Das war immer noch weniger als die Hälfte der Zahl von vor einem Jahr, bevor die Corona-Pandemie sich in den USA ausbreitete.

Fast fünf Millionen Menschen ohne Strom

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Im Norden Mexikos hatten zeitweise fast fünf Millionen Menschen keinen Strom, weil Erdgasleitungen aus Texas eingefroren waren. Bereits am Sonntagabend hätten die ersten Gaskraftwerke abgeschaltet werden müssen, teilte der mexikanische Elektrizitätsdienst mit. Mexiko gewinnt etwa 60 Prozent seiner Elektrizität aus Erdgas.

Im Laufe des Montags gelang es den Angaben zufolge, etwa 65 Prozent der vom Stromausfall betroffenen Kunden in den Staaten Chihuahua, Coahuila, Nuevo Leon und Tamaulipas wieder zu versorgen. Der Elektrizitätsdienst versuchte, auf andere Energieträger wie Kohle und Wasserkraft zurückzugreifen und importierte verstärkt Strom aus den USA.

RND/AP

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