Junge (8) vor Zug gestoßen: Keine Gedenkstätte mehr an Gleis 7

  • Vor einem Monat starb ein Achtjähriger bei einer Gleis-Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof.
  • Gleis 7 des Bahnhofs diente seitdem als Gedenkstätte.
  • Jetzt wurden die Kuscheltiere, Briefe und Blumen weggeräumt.
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Frankfurt. Mehr als einen Monat nach der Gleisattacke mit einem toten Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof ist die Gedenkstätte an Gleis 7 abgebaut worden. "Die Möglichkeit des Gedenkens besteht weiter, und zwar in den Räumen der Bahnhofsmission", sagte eine Sprecherin der Bahn am Dienstag. Im dortigen "Raum der Stille" liegt bereits seit der Attacke ein Kondolenzbuch aus.

Die Gedenkstätte an Gleis 7, bei der zahlreiche Menschen Blumen, Kuscheltiere, Engelsfiguren, Briefe und Beileidsbekundungen abgelegt hatten, war rund um die Uhr von zwei Sicherheitsleuten bewacht worden. Am Montagabend seien die Gegenstände weggeräumt worden. Laut Bahn werden beispielsweise die Kuscheltiere erst einmal gereinigt, danach soll entschieden werden, was damit gemacht wird.

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Tatverdächtiger in psychiatrischem Krankenhaus untergebracht

Ende Juli hatte ein Mann einen Achtjährigen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge starb im Gleisbett, seine Mutter konnte sich in letzter Sekunde retten. Eine ältere Frau, die er auch attackiert hatte, konnte sich in Sicherheit bringen, ohne auf die Gleise zu stürzen. Der Tatverdächtige, ein Eritreer, der seit 2006 in der Schweiz lebte, kam zunächst Untersuchungshaft. Der Mann steht unter dringendem Verdacht des Mordes und zweifachen Mordversuchs. Seit vergangener Woche ist er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

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RND/dpa/mat