Julen starb in Bohrloch: „Der Schmerz begleitet uns jeden Tag“

  • Auch ein Jahr nach dem Drama um den kleinen Julen, der nahe Málaga in ein winziges Bohrloch stürzte, ist die Tragödie in Spanien unvergessen.
  • Seine Bergung dauerte zwölf Tage und elf Stunden.
  • Jetzt sprechen die Eltern über die Tragödie.
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Die Bergung des kleinen Julen hielt die Welt fast zwei Wochen lang in Atem. Ein Jahr danach beginnt der Prozess gegen den Besitzer der andalusischen Finca, auf deren Grundstück das Unglück am 13. Januar 2019 passierte. In einem Interview sprechen jetzt die Eltern des toten Zweijährigen über die Tragödie.

„Der Schmerz begleitet uns jeden Tag“, sagte Julens Vater José Roselló der „Bild“-Zeitung. „An manchen Tagen will man nicht einmal aufstehen. Unser Leben wird für immer vom Unglück geprägt sein.“ Manchmal könne er noch immer nicht glauben, was passiert sei. „Wir haben es alles vor Augen, als wäre es gestern gewesen.“ Seine Frau García gehe jeden Tag auf den Friedhof, er selbst schaffe das nicht: „Ich weiß nicht, ob das Selbstschutz ist. Aber es geht mir nicht in den Kopf, dass ich dorthin gehen muss, um meine Kinder zu sehen. Die Fotos, die ich auf dem Friedhof sehe, habe ich sowieso überall“, sagte José Roselló der „Bild“.

Prozess um Julens Tod beginnt am 21. Januar

Die Wunden werden jetzt noch einmal neu aufgerissen: Das Verfahren gegen den Besitzer der Finca und Freund der Cousine von Julens Vater beginnt am 21. Januar, knapp ein Jahr nachdem die Helfer endlich zu Julen vordrangen und alle Hoffnung auf ein Wunder endete. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. „Das noch mal alles nachzuerleben ist sehr schmerzlich“, sagte Julens Vater. „Ich werde ihm (dem Angeklagten, Anmerkung der Redaktion) nie verzeihen, will einfach nur, dass der Prozess schnell vorbei ist, damit wir das irgendwie abschließen können.“

Den Eltern blieb nur ein kleiner Trost: Julen musste nicht lange leiden. Die Autopsie ergab, dass der Junge bereits wenige Minuten nach dem Unfall an schweren Kopfverletzungen starb. Demnach löste sich beim Sturz auch Gestein, das von oben auf das Kind fiel.

RND/seb

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