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Jens Söring saß 33 Jahre im Gefängnis

„Hallo, hier ist der Jens“: Verurteilter Doppelmörder ist jetzt auf Tiktok

Jens Söring: Seit Juli 2022 ist der verurteilte Mörder mit Erfolg auf Tiktok unterwegs.

Jens Söring: Seit Juli 2022 ist der verurteilte Mörder mit Erfolg auf Tiktok unterwegs.

Sanfte Klaviermusik, ein Mann mit Brille blickt in die Kamera, spricht langsam, deutlich und manchmal mit leicht amerikanischem Akzent: „Hallo, hier ist der Jens. Ich habe 33 Jahre im Gefängnis verbracht für eine Tat, die ich nicht begangen habe.“ Seit Juli lädt der verurteilte Doppelmörder Jens Söring Videos auf der Plattform Tiktok hoch. Er berichtet von seiner Verurteilung, erzählt von seinen Jahren im Gefängnis und beteuert vor allem seine Unschuld. Inzwischen hat er knapp 70.000 Follower und 500.000 Likes, unter seinen Videos sammeln sich mehrere Hundert, manchmal Tausende Kommentare.

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Die 33 Jahre hat der Deutsche Jens Söring in den USA im Gefängnis gesessen, weil er wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden war. Er hatte die Tat zunächst mehrmals gestanden, das Geständnis aber widerrufen und beteuert seitdem seine Unschuld. 2019 wurde seine Haftstrafe dann zur Bewährung ausgesetzt und Söring nach Deutschland abgeschoben. Immer wieder wurde der Fall aufgegriffen, unter anderem in mehreren Podcasts und Dokumentationen, Söring selber schrieb noch im Gefängnis mehrere Bücher. Doch trotz aller Unschuldsbeteuerungen wurde er nie begnadigt und ist somit nach wie vor ein verurteilter Mörder.

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„Fühle total mit dir“: viel Zuspruch für verurteilten Mörder Jens Söring auf Tiktok

„Ich habe die Polizei absichtlich belogen“, erzählt Söring in einem seiner ersten Videos über sein Geständnis. Er habe das nur getan, um seine damalige Freundin vor dem elektrischen Stuhl zu retten. In einem anderen Clip schildert er detailliert, wie das Sterben auf dem Stuhl aussehe. „Eine ganz enorme Dummheit“ nennt er seine vermeintliche Lüge. Vor Gericht habe er schließlich ausgesagt, Elizabeth Haysom selber habe ihre Eltern getötet. Aus juristischen Gründen könne er diese Aussage nun nicht mehr wiederholen, ihr Anwalt habe ihm mit einer Verleumdungsklage gedroht. Haysom selber wurde wegen Beihilfe zum Mord zu 90 Jahren verurteilt und 2019 ebenfalls auf Bewährung entlassen. Sie wurde nach Kanada abgeschoben.

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Auf Tiktok erhält der heute 56 Jahre alte Söring hauptsächlich Zuspruch. Viele Kommentatoren sprechen ihm ihr Mitleid aus, finden ihn stark und mutig. „Ich fühle total mit dir“, schreibt da jemand, „Ich wünsche dir alles Gute“, oder „Toller Kanal, weiter so!“ steht unter den Videos.

Doch nicht alle sind von Sörings vermeintlicher Unschuld überzeugt. Vereinzelt liest man „Ich denke, er war es“ oder auch „Im Gefängnis sind ja alle unschuldig“. Immer wieder antwortet Söring direkt auf Kommentare unter seinen Tiktoks, beantwortet Fragen, berichtet von Indizien für seine Unschuld.

Vor allem interessieren sich seine Followerinnen und Follower für das Leben im Gefängnis. Ob es der Darstellung in US-Serien ähnele, wollen sie wissen, was seine schlimmsten Erlebnisse waren, wie er durchgehalten habe. Ideen für Content dürften dem verurteilten Straftäter also nicht allzu schnell ausgehen.

RND/grw

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