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Zentrum rund 60 Kilometer vor der Küste

Vier Tote bei Erdbeben in Fukushima - Tsunamiwarnung aufgehoben

Ein beschädigtes Haus ist nach einem Erdbeben in der Präfektur Fukushima zu sehen.

Ein beschädigtes Haus ist nach einem Erdbeben in der Präfektur Fukushima zu sehen.

Ein schweres und langanhaltendes Erdbeben hat am Mittwochabend (Ortszeit) Japan erschüttert. Vier Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Der japanische Chefkabinettssekretär Hirokazu Matsuno sagte am Donnerstagmorgen, die genauen Todesursachen sei noch nicht bekannt. Weitere 107 Menschen wurden seinen Angaben zufolge verletzt. Die Bewohner und Bewohnerinnen in den besonders betroffenen Präfekturen Fukushima und Miyagi begannen mit den Aufräumarbeiten. Der Fernsehsender NHK hatte zuvor von rund 200 Verletzten berichtet.

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Das Beben hatte Japan am Mittwoch um 23.36 Uhr Ortszeit erschüttert. Das Zentrum lag in rund 57 Kilometern Tiefe vor der Küste Fukushimas. Die Meteorologische Behörde gab die Stärke zunächst mit 7,3 an, korrigierte sie später jedoch auf 7,4. Zwischenzeitlich gab die Behörde eine Warnung vor einem Tsunami für die Präfekturen Fukushima und Miyagi heraus. Bis zu 30 Zentimeter hohe Wellen erreichten die Küste in Ishinomaki, etwa 390 Kilometer nordöstlich von Tokio. Die Warnung wurde am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) wieder aufgehoben, wie auch die japanische Rundfunkgesellschaft NHK berichtete. Die Bewohner und Bewohnerinnen wurden jedoch auch für die kommenden Tage vor einem möglichen weiteren starken Erdbeben gewarnt.

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Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi, Tepco, teilte am Donnerstag mit, Arbeiter auf dem Gelände hätten festgestellt, dass das Beben einige Tanks mit behandeltem radioaktivem Wasser verschoben habe. Ein Stahlträger könnte außerdem vom Dach des Reaktorgebäudes Nr. 4 gefallen sein, in dem sich keine Brennstäbe befinden.

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Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt. Vor fast genau elf Jahre ereignete sich in der Region nach einem Erdbeben die verheerende Tsunamikatastrophe und der Atomunfall in Fukushima.

Stromausfälle und viele Verletzte

Viele Japaner waren bereits schlafen gegangen, als kurz vor Mitternacht plötzlich die Wände schwankten. Kurz darauf erfolgte die Tsunamiwarnung. Auch im 250 Kilometer entfernten Großraum Tokio gerieten Gebäude beängstigend lang anhaltend ins Schwanken.

Die Regierung richtete sofort einen Notfallstab ein. Ministerpräsident Fumio Kishida sagte Reporterinnen und Reportern, dass die Regierung das Ausmaß der Schäden bewerte. Er versprach, alles in ihrer Macht Stehende für Rettungs- und Hilfsmaßnahmen zu tun. „Bitte ergreifen Sie zuerst Maßnahmen, um Ihr Leben zu retten“, twitterte Kishida.

Tsunamiwarnung: Schweres Erdbeben vor der Küste Japans

Das Epizentrum des Erdbebens soll vor dem Nordosten des Landes gelegen haben. Der Sender NHK gab die Stärke zunächst mit 7,3 an.

Der japanische Fernsehsender NHK zeigte am Donnerstag Bilder von teils schwer beschädigten Häusern, Schreinen und aufgerissenen Straßen. In Geschäften fielen die Waren aus den Regalen, auch in Wohnhäusern und Büros stürzten Einrichtungen um. „Ich habe zwei starke Erschütterungen gespürt und sah, wie geparkte Autos auf und ab hüpften, weil der Boden bebte“, sagte ein Wachmann im Rathaus von Soma der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Aus dem Küstenort wurden viele Verletzte gemeldet. Auch in weit entfernten Regionen des Landes wie der Tokioter Nachbarpräfektur Kanagawa sowie in den Präfekturen Ibaraki, Akita und Yamagata im Norden gab es Verletzte.

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Durch das Beben entgleiste auch ein Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug - die rund 100 Passagiere an Bord des Shinkansen blieben laut Medienberichten jedoch unverletzt. Am Donnerstag war zunächst nicht abzusehen, wie lange die Instandsetzungsarbeiten an der Bahnstrecke dauern würden.

Möbel und Elektrogeräte liegen nach einem Erdbeben verstreut in einer Wohnung in Fukushima.

Möbel und Elektrogeräte liegen nach einem Erdbeben verstreut in einer Wohnung in Fukushima.

Das starke und lang anhaltende Beben der Stärke 7,4 war auch in der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio zu spüren. Ein bei Twitter veröffentlichtes Videos zeigt, wie Gegenstände in einer Wohnung in der japanischen Metropole während des Erbebens wackeln.

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Ein anderes Video zeigt, wie während des Bebens teilweise der Strom ausfällt. Zwischenzeitlich waren zwei Millionen Haushalte ohne Strom. Nach Angaben des Betreibers konnte die Stromversorgung mittlerweile jedoch wiederhergestellt werden. Entlang der Küste von Fukushima war die Wasserversorgung am Donnerstagmorgen (Ortszeit) jedoch noch unterbrochen.

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Erinnerungen an Fukushima-Katastrophe vor elf Jahren

Das schwere Beben im Nordosten weckte schlagartig Erinnerungen an die verheerende Katastrophe vor elf Jahren. Am 11. März 2011 hatte es in der Region im Norden Japans ein Erdbeben der Stärke 9,0 gegeben. Eine gigantische Flutwelle hatte sich an jenem 11. März 2011 an der Pazifikküste aufgebäumt und alles niedergewalzt: Städte, Dörfer und riesige Anbauflächen versanken in den Wasser- und Schlammmassen. Rund 20.000 Menschen riss die Flut damals in den Tod.

In Fukushima kam es in der Folge im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu einem Super-GAU. Er wurde in aller Welt zum Sinnbild der „3/11″ genannten Dreifachkatastrophe – auch wenn keiner der Todesfälle auf die Strahlung zurückgeführt wird.

RND/seb/al/dpa/AP

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