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Ironische Pressekonferenz der Polizei zum Oktoberfest: “Ruhigste Wiesn der Geschichte”

  • Die Wiesn musste diese Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen.
  • Doch das hält die Polizei München nicht davon ab, trotzdem eine Pressekonferenz zu halten.
  • Die findet in diesem Jahr ohne Zuschauer, dafür aber mit überaus guter Bilanz statt.
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München. Das Oktoberfest musste dieses Jahr in München ausfallen; die Corona-Pandemie ist schuld. Für die Polizei in der bayerischen Hauptstadt bedeutet das weniger Arbeit als sonst in dieser Zeit. Ein bisschen Extraarbeit zur Erheiterung der Bürger haben die Beamten sich jetzt aber trotzdem gemacht – und eine Pressekonferenz ohne Zuschauer gehalten, die sie auf Twitter als Video veröffentlicht haben.

Darin begrüßt Pressesprecher Andreas Franken die – wie man später sieht: nicht anwesenden – Journalisten zur Pressekonferenz. Er habe die Ehre, an diesem Tag die Wiesn-Bilanz vorzustellen. “Ich darf vorwegnehmen, die Bilanz des 187. Oktoberfestes ist eine positive dahingehend, dass wir den Wünschen des Oberbürgermeisters entsprechen konnten, indem es eine sehr ruhige Wiesn war”, sagt er in trockenem Ton.

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“Personalansatz richtig gewählt”

Die Gesamtstraftaten seien extrem zurückgegangen. Es habe “so gut wie keine Verkehrsbehinderungen im Wiesn-Umfeld” gegeben. Weiter teilt Pressesprecher Franken mit, “dass unser Personalkonzept richtig aufgegangen ist und wir den Personalansatz richtig gewählt haben und auch beim Vorgehen auf dem Festgelände die richtigen Akzente und Schwerpunkte setzen konnten”. Dann spricht er von der “ruhigsten Wiesn in der Münchner Polizeigeschichte”. Kein Wunder – sie hat gar nicht stattgefunden.

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Nach seiner Bilanzvorstellung sagt Franken: “Fragen hierzu?” Stille. “Das war zu erwarten”, so der Pressesprecher. Es folgt ein Kameraschwenk über den Saal, in dem außer ihm niemand sitzt.

Twitter-Nutzer freuen sich über das Video

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Die Twitter-Nutzer freuen sich über die Inszenierung – und feiern unter anderem die “nahezu übermenschliche Selbstbeherrschung” des Polizisten, der wirklich kein einziges Mal zwischendurch schmunzelt oder sich die Ironie sonst irgendwie anmerken lässt.

Einige freuen sich über das Lob der Polizei für ihre Einsatzplanung und das “aufgegangene Personalkonzept”. Andere wiederum warnen scherzhaft: Nach diesem extremen Rückgang von Straftaten werde es nächstes Jahr vermutlich einen schlimmen Anstieg geben.

RND/hsc

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