In der Innenstadt: Bus und Tram werden in Augsburg kostenlos

  • Ab Neujahr ist der ÖPNV in Augsburgs Zentrum kostenfrei nutzbar.
  • Das Gratis-Gebiet umfasst neun Haltestellen.
  • Weniger Verkehr, bessere Luft und ein stärkerer Einzelhandel sind das Ziel.
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Augsburg. Im Zentrum von Augsburg ist Bus- und Tramfahren ab dem Jahreswechsel kostenlos. Das Angebot soll insbesondere die Luftqualität in der Innenstadt der 300.000-Einwohner-Kommune verbessern. "Durch die City-Zone wollen wir den Verkehr zur Parkplatzsuche verringern und die Innenstadt für Besucher attraktiver machen und den Einzelhandel stärken", erklärte die zweite Bürgermeisterin Eva Weber (CSU). Die City-Zone, in der kein Ticket gelöst werden muss, umfasst das Gebiet von neun Haltestellen.

Die oberbayerische Kreisstadt Pfaffenhofen an der Ilm hatte bereits im Dezember 2018 kostenloses Busfahren eingeführt. Um zu ermitteln, wie das Angebot angenommen wird, wurde nach etwa zwei Monaten eine Zählung der Fahrgäste durchgeführt. Ergebnis war, dass in einem Zwei-Wochen-Zeitraum 22.650 Menschen mit den Stadtbussen unterwegs waren. Gegenüber früheren Erhebungen hatte sich die Zahl der Nutzer damit mehr als verdoppelt. Augsburg geht von einem Einnahmeverlust von 800.000 Euro aus.

Zudem haben die Stadtwerke jüngst eine ungewöhnliche Mobilitätsflatrate eingeführt. Dieses nach Angaben des Kommunalunternehmens bundesweit erstmals angebotene Modell soll den Bürgern einen schnellen und unkomplizierten Wechsel vom öffentlichen Nahverkehr auf das Auto oder das Zweirad ermöglichen. Damit soll der Privatwagen für die Menschen im Raum Augsburg künftig verzichtbar werden. Die Flatrate besteht aus einem Abo, mit dem in der Stadt unbegrenzt Bus und Tram gefahren werden kann. Zudem können die rund 175 Leihfahrräder der Stadtwerke Augsburg (SWA) bis zu 30 Minuten kostenlos genutzt werden, auch mehrfach am Tag.

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Falls die Kunden doch einmal ein Auto brauchen, können sie die Carsharing-Flotte der SWA nutzen. Je nach gewähltem Tarifmodell sind bis zu 15 oder 30 Stunden Fahrzeugnutzung pro Monat inklusive. Für alles zusammen müssen die Abokunden monatlich 79 oder 109 Euro zahlen.

Bis Anfang Dezember hätten sich 220 Kunden für das neue Angebot registriert, erklärte SWA-Sprecher Jürgen Fergg. Für die Startphase ist das Unternehmen damit zufrieden. Offensichtlich sind viele Menschen durch das neue Angebot auf die Idee gekommen, erst einmal das Prinzip des Auto-Teilens zu testen. "Wir haben deutliche Steigerung beim Carsharing selbst", sagt Fergg.

Mit der neuen Flatrate liegen die Augsburger auf einer Linie mit den Empfehlungen des Deutschen Städtetages. Der Kommunalverband hatte Mitte 2018 ein Positionspapier beschlossen, wie im Jahr 2030 die Fortbewegung in den Städten aussehen soll. Nach der Vision soll in zehn Jahren der Individualverkehr in den Ballungsräumen "ganz überwiegend auf Sharing-Angeboten" basieren. Fahrten mit dem privaten Pkw sollen nach dem Städtetagspapier deutlich eingeschränkt werden.

RND/dpa

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