• Startseite
  • Panorama
  • In der Corona-Krise: Russische Oligarchen kaufen Beatmungsgeräte auf

In der Corona-Krise: Russische Oligarchen kaufen Beatmungsgeräte auf

  • Das Coronavirus breitet sich weiter aus, die vergleichsweise kleine Zahl der Infizierten in Russland wächst.
  • Die Reichen des Landes möchten sich schützen und kaufen die Bestände der Beatmungsgeräte auf.
  • Dabei gibt es Regionen im Land, die nur fünf Beatmungsgeräte pro 100.000 Einwohner haben.
Anzeige
Anzeige

Die Reichsten Russlands hamstern wohl keine Lebensmittel, sondern massenweise Beatmungsgeräte. Diese kaufen sie für umgerechnet 20.000 Euro direkt von den Herstellern, wie die Zeitung “Moscow Times” berichtet. Die Oligarchen hoffen demnach, sich so vor der Coronavirus-Pandemie schützen zu können. Zudem bauten sie private Krankenstationen auf ihren Grundstücken und verpflichteten Ärzte, ihnen dabei zu helfen, die Klinikgeräte aufzustellen.

Video
Jens Spahn: Rettungsschirm für Krankenhäuser ist gespannt
1:55 min
Der Schutzschirm für Krankenhäuser und Praxen soll gespannt werden, da derzeit deutlich weniger andere Patienten behandelt und Operationen ausgeführt werden.  © Reuters

Beatmungsgeräte sind knapp

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

In ganz Russland sind die Respiratoren laut dem Bericht knapp. Gesundheitsexperten des Landes sagten der Zeitung, dass die meisten Beatmungsgeräte in Krankenhäusern in wohlhabenderen Gebieten wie Moskau und St. Petersburg stehen – und weniger in dörflichen Regionen. Dabei ist ganz Russland mit insgesamt 29 Geräten pro 100.000 Einwohner besser aufgestellt als zum Beispiel Italien.

Laut “Moscow Times” gibt es beispielsweise in der Kaluga-Region, südwestlich von Moskau, lediglich fünf Beatmungsgeräte pro 100.000 Einwohner. Viele der Geräte in ländlichen Gebieten sind demnach alt, befinden sich in einem schlechten Zustand und werden auch für andere Krankheitsfälle genutzt.

Lange Wartelisten

Um dieses Problem zu lösen, hat Russland laut dem Bericht Geld in die betroffenen Regionen gepumpt. Doch die Schwierigkeit liegt nicht nur im fehlenden Budget der Krankenhäuser, sondern in den langen Wartelisten der Verkäufer und Fabriken. Obwohl einige davon nicht an Privatpersonen verkaufen, gebe es viele, die in den letzten zwei Wochen die Gesundheitsgeräte an die Reichsten des Landes veräußerten.

Anzeige

Nun hoffen die medizinischen Experten laut “Moscow Times” auf Lieferungen aus anderen Ländern – was sich jedoch als Schwierigkeit herausstellt. So haben beispielsweise Deutschland und Italien die Verkäufe der Geräte ins Ausland untersagt. Einige Verkäufer sagten der Zeitung, dass sie die Geräte nun aus Brasilien, Israel und den USA importieren wollen.

RND/am

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen