Riesige Impfkampagne: 150 Unternehmen rufen mit veränderten Slogans zum Impfen auf

  • Trotz der steigenden Impfquote in Deutschland sind weiterhin zahlreiche Menschen ungeimpft.
  • 150 Unternehmen wollen deswegen mit einer gemeinsamen Kampagne an die Impfbereitschaft der Bevölkerung appellieren.
  • Am 7. Dezember ändern die Konzerne dafür ihre bekannten Slogans ab.
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Mehr als 150 Unternehmen wollen am Dienstag (7. Dezember) gemeinsam für die Corona-Schutzimpfung werben. Dafür ändern die Konzerne ihre bekannten Werbeslogans zum Thema Impfen ab. Ins Leben gerufen wurde die Kampagne von der Berliner Werbeagentur Antoni, wie das Branchenmagazin „Horizont“ berichtete.

BMW wirbt mit „Freude am Impfen“

Teilnehmende Konzerne sind unter anderem die Supermarktketten Lidl, Netto, Edeka und Kaufland sowie die großen Marken Ritter Sport, Persil oder Iglo. Auch Automobilkonzerne wie BMW und Mercedes nehmen an der Aktion teil. Der Werbeslogan von „Aktion Mensch“ wird zugunsten der Kampagne etwa zu „Fürs wir geimpft“ statt dem üblichen „Das wir gewinnt“. Nespresso wirbt darüber hinaus mit „Impfen. What else?“. Der bekannte Slogan „Freude am Fahren“ von BMW wird zu „Freude am Impfen“. Auch kleinere Unternehmen beteiligen sich am Dienstag an der Aktion, wie etwa die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). „Klar, mit Impfgegner*innen zu diskutieren macht weniger Spaß als Schienenersatzverkehr zur Rush Hour“, schreibt der Konzern selbstironisch bei Twitter. „Aber aus der Pandemie kommen wir erst raus, wenn wir ALLE geimpft sind. Deswegen: Sprecht! Diskutiert! Überzeugt!“

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Iglo und rund 150 andere Unternehmen rufen mit Werbekampagne zum Impfen auf.  @ Quelle: iglo Deutschland/iglo Deutschlan

Die Aktion der Marketingfirma Antoni habe innerhalb weniger Tage großen Zuspruch bei Dutzenden Firmen erhalten, wie Manager Sven Dörrenbächer dem „Horizont“ verriet. „Marken haben Einfluss und Reichweite. Warum also nicht beides für die Botschaft nutzen, dass die eigene Impfung für uns alle der beste Weg aus der Pandemie ist.“ Am Dienstag werde die Kampagne schließlich unter dem Hashtag #zusammengegencorona in den sozialen Medien verbreitet. Man habe sich bewusst für den offiziellen Hashtag des Gesundheitsministeriums entschieden, so Dörrenbächer.

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Auch der angehende Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich zu der Aktion. Laut einer Mitteilung der Deutschen Presseagentur beschrieb er die Kampagne als „ein herausragendes Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung und Eigeninitiative“.

Impfaktion wird bei Twitter gefeiert

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Bei Twitter stößt die Impfaktion auf viel Zustimmung. „Geile Aktion“, schreibt etwa ein Nutzer unter dem Impfhashtag der Bundesregierung. Einige teilen zusätzlich Fotos der einzelnen Slogans. Ein Nutzer schreibt etwa „Es gibt nur einen Weg aus der Pandemie: Impfen“, über dem veränderten Werbetext der Firma Pril: „Willst du viel, impf mit Stil.“ In einem weiteren Kommentar fordert eine Nutzerin die Umsetzung der Impfverpackung von Ritter Sport „Erst Piksen, dann Knuspern!“: „Ritter Sport, bitte bringt diese Tafel wirklich raus. Ist mir auch egal, ob sie nach Fledermausguano, Adenochrom oder Bill Gates schmeckt.“

Weitere Kommentare loben die Kampagne im Vergleich zu den Impfaufrufen der Bundesregierung. „Ich glaub‘s ja nicht: Kriegt Deutschland am Ende noch so etwas wie eine Impfkampagne?“ Eine andere Nutzerin betont: „Das ist das Großartigste, was ich seit langem gesehen habe! Liebe Bundesregierung, so geht Impfkampagne.“

Unter den Kommentaren finden sich auch einige kritische Stimmen, die unter anderem die Beteiligung der „Bild“ an der Aktion bemängeln. Die „Bild“ hatte in der vergangenen Woche aufgrund suggestiver Corona-Berichterstattung in der Kritik gestanden. Die Berliner Humboldt-Universität hatte wegen des Artikels „Die Lockdown-Macher“ Beschwerde beim Deutschen Presserat eingelegt.

Andere Unternehmen legen nach

Nach dem Start der Unternehmens-Impfkampagne legen auch andere Konzerne, Organisationen und Institutionen nach: So macht sich die Fachhochschule Dortmund, kurz auch FH Dortmund genannt, in einem Twitter-Post kurzerhand zur „ImpFHochschule Dortmund“ und weist darauf hin, dass ein Impfbus vor Ort ist.

Die Organisation WWF Deutschland etwa fügt zu ihrem Pandalogo eine Spritze hinzu und ergänzt den Slogan „Impfen für einen lebendigen Planeten.

RND/al/hsc

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