Immer wieder Angriffe auf Polizisten bei ausufernden Partys

  • Bei warmen Temperaturen und laxeren Corona-Regeln haben Tausende wieder Lust auf Nachtleben und Party.
  • Doch noch ist nicht alles erlaubt – die Polizei musste immer wieder bei ausufernden Partys einschreiten.
  • In einigen Städten mündeten die Feiern in gewalttätiger Randale.
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Berlin. In mehreren deutschen Städten sind am Wochenende nächtliche Open-Air-Partys in Grünanlagen eskaliert. Dabei kam es bei sommerlichen Temperaturen offiziellen Angaben zufolge immer wieder zu Angriffen auf die Polizei.

Leere Flaschen schwimmen als letzten Überreste einer Party im Aachener Weiher. © Quelle: Roberto Pfeil/dpa

So seien bei der Auflösung einer Feier am Aachener Weiher in Köln mit rund 1000 Teilnehmern zwei Polizisten und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes durch Flaschenwürfe leicht verletzt worden, berichtete ein Polizeisprecher am Samstagmorgen. „Die Aggressivität und Respektlosigkeit gegenüber den Kollegen des Ordnungsdienstes und der Polizei hat mich tief erschüttert“, sagte Andrea Blome, Leiterin des Krisenstabs der Stadt Köln.

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Glasflaschen und Böller flogen

Auch in Münster räumte die Polizei „wegen aggressiver Randalierer“ in der Nacht auf Samstag eine beliebte Wiese am Aasee. Nachdem Kontrollen der Stadt zunächst Wirkung gezeigt und Hunderte Besucher friedlich gefeiert hatten, sei die Situation im Laufe der Nacht eskaliert, teilte die Polizei mit. Bis zu 250 teils betrunkene Menschen hätten sich versammelt, Böller gezündet, Plastik- und Glasflaschen auf die Einsatzkräfte geworfen und Aufforderungen über Lautsprecherdurchsagen ignoriert. Nach der Räumung kam es laut Polizei auch zu Sachbeschädigungen an Blumenkübeln und Fahrrädern sowie Lärmbelästigungen.

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In Jena in Thüringen flogen bei Kontrollen im Paradiespark, wo etwa 2000 überwiegend junge Menschen feierten, ebenfalls Flaschen auf Polizisten, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Ein Beamter sei dabei am Bein verletzt worden. Auch zwei Einsatzfahrzeuge wurden den Angaben zufolge beschädigt. „Die Bedrohungslage gegenüber den Beamten war massiv“, sagte ein Stadtsprecher. Angesichts der Vielzahl der Feiernden verzichteten die nur in relativ geringer Zahl vertretenen Einsatzkräfte nach Angaben des Sprechers darauf, die Runden mit Amtsgewalt aufzulösen.

Im Mauerpark feierten 1500 Menschen

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Auch in der Hauptstadt haben große Partys in mehreren Parks die Polizei auf den Plan gerufen. Anwohner waren in der Nacht auf Samstag vom Lärm genervt. Auch wegen Verstößen gegen die Hygieneauflagen in der Pandemie räumte die Polizei einige Grünanlagen in Berlin, teilte die Behörde mit. Dabei kam es mitunter zu Randale. So feierten im Mauerpark rund 1500 Menschen. Nach Beschwerden über den Krach kam die Polizei und versuchte, die Lage zu beruhigen. Dabei seien Beamte auch von Feiernden angegriffen und mit Flaschen beworfen worden, sagte eine Sprecherin.

Mit dem EM-Fußballspiel Italien gegen die Türkei hätten die Zusammenstöße auch in anderen Parks nichts zu tun gehabt, ergänzte die Polizeisprecherin. Es sei immer um zu laute Musik gegangen. Einige Feiernde seien nach Alkoholgenuss weniger bereit gewesen, die Parks zu verlassen, als andere. Dazu kämen die strengen Pandemie-Auflagen, die auch bei sinkenden Corona-Inzidenzen weiter gelten. Solche Einsätze in lauen Sommernächten seien zurzeit eine Herausforderung für die Polizei.

dpa/RND

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