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Im Badeanzug und mit Riesenbaum: So feiern Kinder in der Welt Weihnachten

  • Bei uns kommt der Weihnachtsmann an Heiligabend – aber wie ist das in anderen Gegenden der Erde?
  • Gibt es da Geschenke? Einen Gottesdienst?
  • Vier Kinder aus unterschiedlichen Ländern erzählen.
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Familienparty im Badeanzug

Ich heiße Zarina Nestel und bin zwölf Jahre alt. Ich lebe in Sydney in Australien. Ich feiere Weihnachten mit unserer ganzen Familie – die eine Hälfte ist indischer Abstammung, die andere eher britisch-australisch. Es gibt Essen aus beiden Küchen, und das Lustige ist, dass die Inder immer den englischen Schinken und Christmas Pudding essen und die Australier sich auf das indische Gericht stürzen. Wir machen Biryani, ein Curry-Reis-Gericht. Wir haben eine große Familie, und alle kommen immer zu uns nach Hause, weil wir direkt am Strand wohnen.

Wohnt in Australien: Zarina Nestel. © Quelle: Barbara Barkhausen
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Dieses Jahr können manche Verwandte aus anderen Bundesstaaten und ein älterer Onkel aus dem Altersheim wegen Corona nicht zu Besuch kommen. Aber da wir wenige Fälle in Sydney haben, ist es nicht allzu anders als sonst. Wahrscheinlich können wir Heiligabend sogar in die Kirche gehen. Unsere Geschenke bekommen wir am Weihnachtsmorgen, am 25. Dezember. Meist kann ich vor Aufregung die ganze Nacht nicht schlafen, aber wir dürfen nicht vor 7.45 Uhr zu den Geschenken gehen. Die hat Santa uns nachts in die Strümpfe gesteckt, die wir dafür an die Wand hängen: meistens Socken, Schwimmbrillen und Süßigkeiten. Im Gegenzug legen wir für ihn Kekse raus und ein paar Mohrrüben für seine Rentiere. Ich glaube aber nicht mehr wirklich an Santa und bin mir sicher, dass Mama die Kekse heimlich isst. Unter dem Baum liegen dann die Geschenke von Mama und Papa. Ich wünsche mir dieses Jahr eine Gitarre, Surfstunden und einen Laptop für die Highschool, die im Februar beginnt. Da es an Weihnachten meist ziemlich heiß ist, sind wir den ganzen Tag in den Schwimmsachen und spielen am Strand.

Unsere Weihnachtsdekoration und den Christbaum bauen wir Anfang Dezember auf. Den Schmuck haben wir seit unserem Babyalter gesammelt, manches aus dem Urlaub mitgebracht. Anders als viele andere Australier haben wir einen echten Baum, auch wenn der in der Hitze schnell Nadeln verliert.

Aufgezeichnet von Barbara Barkhausen

Geschenke gibt es am 25. Dezember

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Ich heiße Arlo, und ich bin 15 Jahre alt. Ich lebe in New York. Meine Mutter lebt in der Stadt, und mein Vater, meine Stiefmutter und meine Halbgeschwister leben in einem Vorort, etwa 20 Minuten nördlich der Stadt am Hudson. Normalerweise verbringe ich Weihnachten mit beiden Familien. Heiligabend und den 25. bei meinem Vater und danach bei meiner Mutter in der Stadt oder umgekehrt. Und meistens fahren wir nach Weihnachten und über Neujahr noch zu den Großeltern.

Das macht mir immer viel Spaß, vor allem wenn wir nach Minnesota fahren, wo die Familie meiner Mutter lebt. Ich spiele da immer mit meinem Opa Schach, gucke mit ihm Fußball und spiele mit meinem Cousin und meinen Onkeln Videospiele. Es ist ein großes Haus, das zu Weihnachten immer voll ist. Ich habe fünf Onkel und Tanten, die alle Familien haben und die alle kommen, und ich werde es dieses Jahr sehr vermissen. Es gibt dort einen riesigen Weihnachtsbaum bis unter die Decke und ganz viele Geschenke von allen Verwandten. Außerdem ist es in Minnesota immer kalt, und ich kann mit meinem Cousin und dem Hund draußen im Schnee spielen.

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Wohnt in den USA: Arlo. © Quelle: Sebastian Moll

Dieses Jahr bleiben wir die ganze Zeit bei meinem Papa. Wir werden wohl auch nicht zu den Großeltern von dieser Seite der Familie nach New Jersey fahren. Die sind polnischer Abstammung, und es gibt dort immer reichhaltiges polnisches Essen, und dann gehen wir im Wald spazieren. Das wird mir auch fehlen. Wie alle amerikanischen Familien feiern wir vor allem am 25. Da gibt es morgens Geschenke und am Nachmittag wird gegessen. Dann wird es für mich etwas langweilig, weil meine Halbgeschwister viel jünger sind als ich. Wir schauen meistens alle zusammen einen Film an, aber das sind oft Kinderfilme, die für mich nicht so spannend sind. Danach gehe ich wahrscheinlich auf mein Zimmer und spiele Videospiele.

Eigentlich wird es diesmal fast genauso sein wie an jedem anderen Sonntag. Nichts Besonderes und auch nicht so festlich wie sonst. Ich freue mich darauf, dass alles wieder normal wird.

Aufgezeichnet von Sebastian Moll

Manche feiern lieber Silvester

Mein Name ist Kei Tsuda, und ich bin neun. Ich wohne in Kobe, das liegt im Westen von Japan. Kobe ist berühmt für sein Rindfleisch. Im Moment gehe ich in die dritte Klasse der Grundschule. Da reden wir im Moment viel über Weihnachten. Von meinen Freunden feiern nicht alle Weihnachten. Und von denen, die dieses Fest feiern, feiern auch nicht alle mit dem Weihnachtsmann. Sie kriegen ihre Geschenke von ihrer Mutter oder ihrem Vater.

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Aber ich krieg’ sie nur vom Weihnachtsmann. Ich kenne ihn, seit er mir zum ersten Mal ein Geschenk gemacht hat, da war ich noch klein. Gesehen habe ich ihn aber noch nie. Er legt die Geschenke nur bei uns zu Hause ab. Ich würde ihn gerne mal fragen, wie er das jedes Jahr schafft: Er trägt diese ganzen schweren Geschenke für die Kinder und tut sich gar nicht am Rücken weh!

Den Weihnachtstag am 24. Dezember verbringe ich mit meiner Mutter zu zweit. Wir essen Kuchen und andere Süßigkeiten. Meine Mutter hat mir gesagt, dass Weihnachten eigentlich der Geburtstag von Jesus ist, und wir den feiern. Jesus ist in Japan nicht so bekannt. Aber meine Mutter ist Geschichtslehrerin, deswegen weiß ich das.

Wohnt in Japan: Kei Tsuda. © Quelle: Felix Lill

Die Leute, die gar nicht Weihnachten feiern, finden, dass Silvester der wichtigste Tag um diese Zeit ist. Da verabschiedet man das alte Jahr und bereitet sich auf das nächste Jahr vor. Aber ich glaube, ich finde Weihnachten wichtiger, weil man da Geschenke kriegt. Das macht mehr Spaß.

Ein paar Kinder in meiner Klasse sagen, es gibt den Weihnachtsmann gar nicht. Aber das kann ja nicht sein. Wenn ich mir nämlich einige Sachen zu Weihnachten wünsche, dann wird mindestens einer meiner Wünsche auch erfüllt. Dieses Jahr will ich aber gar nichts Teures. Ich wünsche mir, dass der Weihnachtsmann unsere Katze zurückbringt. Die hat sich letztens verlaufen und ist nicht mehr zurück nach Hause gekommen. Damit der Weihnachtsmann auf jeden Fall unsere Katze zurückbringt, habe ich das zur Sicherheit auch meiner Mutter gesagt.

Aufgezeichnet von Felix Lill

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Alle gehen raus an den Strand

Ich heiße Rafael Cavalcante und bin sieben Jahre alt. Ich lebe in Rio de Janeiro in Brasilien. Mein größter Wunsch ist es, einmal Weihnachten mit Schnee zu erleben. Das muss toll sein. Vielleicht sogar am Nordpol? Hier ist es Weihnachten immer sehr warm, eigentlich sogar heiß. In Brasilien ist jetzt nämlich Sommer. Wir gehen Weihnachten meistens raus an den Strand. Die Strände sind dann voller Menschen, weil die großen Ferien sind. Ich weiß nicht, ob das dieses Jahr auch so ist, ich habe gehört, dass das vielleicht wegen Corona verboten ist. Ich habe auch gehört, dass es Silvester kein großes Feuerwerk geben soll wie sonst immer. Das ist schade. Das ist immer ein großes Spektakel.

Ich habe gehört, dass in Deutschland jetzt Winter ist. Dann gibt es bestimmt Schnee, oder? Die Kinder in Deutschland müssen sehr glücklich sein. Weihnachten im Schnee, mit Rentieren und einem Eis: Das will ich einmal erleben. Hier in Rio haben die meisten Menschen Weihnachtsbäume aus Plastik in ihren Wohnungen. Die blinken immer so schön, wenn es dunkel ist.

Wohnt in Brasilien: Rafael Cavalcante. © Quelle: Tobias Käufer

Ich hoffe, dass das nächste Jahr besser wird. Dieses Jahr waren wir alle zu Hause und haben Schule am Bildschirm gemacht. Ich finde das gar nicht so schlecht. Eigentlich will ich gar nicht zurück in die Schule, der Videounterricht ist ganz okay. Ich mag es nicht, eine Maske zu tragen, auch das viele Händewaschen oder das Alkoholgel mag ich eigentlich nicht. Aber wenn ich nach Hause komme, mache ich das trotzdem. Meistens dusche ich dann sogar. Ich will nicht, dass sich andere Menschen anstecken.

Ich hätte noch einen Wunsch an den Weihnachtsmann. Ich wäre gerne ein Blitz und möchte in der Zeit reisen. Einfach mal die Zeit anhalten und zurückkehren. Das wäre sicher klasse. In den nächsten Wochen will ich mit meinen Freund Jacone schwimmen lernen. Das ist mein bester Freund.

Ich bin gespannt, was das neue Jahr für uns bringt.

Aufgezeichnet von Tobias Käufer

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