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Illegale Hauspartys während Corona: Los Angeles dreht Strom und Wasser ab

  • Was tun gegen illegale private Partys, bei denen das Ansteckungsrisiko mit Corona groß ist?
  • Die US-Metropole Los Angeles greift jetzt zu ungewöhnlichen Mitteln.
  • Der Bürgermeister droht, Partyveranstaltern den Strom zu kappen.
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Los Angeles. Discos und Nachtclubs sind in der von der Corona-Pandemie schwer getroffenen US-Metropole Los Angeles geschlossen – stattdessen feiern immer mehr junge Leute illegale Partys in Privathäusern. Um dagegen vorzugehen, greift die Stadt jetzt zu ungewöhnlichen Mitteln: Strom und Wasser sollen in den betroffenen Gebäuden abgestellt werden.

Bürgermeister Eric Garcetti kündigte am Mittwoch an, dass die Stadt gegen diejenigen vorgehen werde, die illegale private Partys veranstalten. Für ihn sind die jüngsten Menschenaufläufe überwiegend junger Personen in den Hollywood Hills und Calabasas “eklatante Verstöße gegen Gesundheitsvorschriften”.

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“Während wir bereits alle Bars und Nachtclubs geschlossen haben, sind die großen Hauspartys im Wesentlichen zu Nachtclubs geworden”, sagte der Bürgermeister. Er will sie deshalb einer ähnlich strengen Prüfung unterziehen wie die Abendlokale.

Laut Rechtsexperten sei die Maßnahme rechtens

Wenn dem LAPD, der Polizeibehörde der Stadt, wiederholt Beschwerden über eine Privatparty vorliegen und es Verstöße in einem Haus feststellt, soll die Strom- und Wasserversorgung in diesem Haus von Freitag an innerhalb von 48 Stunden abgeschaltet werden. Garcetti gab auch an, dass Gesundheitsinspektoren des Landkreises und andere Vertreter der Stadt gezielt nach Verstößen Ausschau halten würden. Die großen Feiern fänden vor allem in leer stehenden Häusern oder Unterkünften statt, die kurzzeitig gemietet werden können.

Auf die rechtliche Stellung seiner Aktion angesprochen, sagte Garcetti: “Diese Partys verstoßen gegen das Gesetz. So wie wir Bars schließen können, die gegen Alkoholgesetze verstoßen, können wir die Partys dort beenden, wo kriminelle Verstöße vorliegen.” Rechtsexperten der Stadt hätten die Maßnahme überprüft und festgestellt, dass sie rechtens sei. Aufgabe sei es aber, zu erziehen, nicht, die drastischen Mittel auch tatsächlich umzusetzen.

Mehr als 158.000 Corona-Tote in den USA

Die neuen Maßnahmen richteten sich gegen Anwohner, die entschlossen seien, gegen die geltenden Zusammenkunftsbeschränkungen zu verstoßen. “Diese großen Partys sind nicht sicher und können die Einwohner von Los Angeles das Leben kosten”, sagte Garcetti über die hohe Ansteckungsgefahr, wenn viele Menschen ohne Schutzmaske dicht zusammengedrängt stehen. Kleine, gewöhnliche Zusammenkünfte in den Privathäusern der Menschen betreffe die Regelung nicht.

In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern sind bislang mehr als 158.000 Menschen mit dem Virus gestorben, wie aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. Bislang gibt es mehr als 4,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 – in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land der Welt. Gemessen an der Gesamtbevölkerung schneiden Länder wie Italien, Spanien und Großbritannien schlechter ab.

RND/ak/dpa


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