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„Ihr Auto ist unangemessen groß“: SUV-Fahrer ärgern sich über kuriose Knöllchen

  • Ein Strafzettel der besonderen Art macht derzeit in Köln die Runde.
  • SUV-Fahrer werden darin unter anderem als egoistisch bezeichnet.
  • Eine Betroffene macht ihrem Ärger auf Facebook Luft.
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Köln. Sie gelten als Schlachtschiffe und Klimakiller: SUV stehen in der aktuellen Klimaschutzdebatte immer wieder in der Kritik. Nicht nur das: Nach dem im September vier Menschen bei einem Unfall mit einem solchen Wagen ums Leben gekommen waren, wird sogar über ein SUV-Verbot gesprochen.

Was eine Frau in Köln-Deutz jedoch vor wenigen Tagen an ihrer Autoscheibe fand, sorgte für Entsetzen. Es war quasi ein Knöllchen der besonderen Art – ein Zettel, von dem man im ersten Moment denken könnte, dass er von der Stadt Köln komme. Erst beim zweiten Blick fällt auf, dass oben rechts „Stadt Klima“ steht.

In dem Schreiben steht: „Ihr Auto ist aus folgenden Gründen für den Straßenverkehr unangemessen groß.“ Konkret werden einzelne „Verstöße“ aufgezählt. Das Auto verbrauche zu viel CO2, da es größer sei als ein kleineres Auto. Es nehme außerdem zu viel Platz weg, hätte ein höheres Unfallrisiko und einen hohen Materialaufwand. „Durch die Größe ist die Produktion Ihres Autos aufwändiger und verbraucht mehr Rohstoffe“, heißt es weiter. Abschließend werde darauf hingewiesen, dass das „Verhalten unangemessen und egoistisch“ sei.

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Ihrem Ärger machte die Frau auf Facebook Luft. Zu einem Foto mit dem vermeintlichen Knöllchen schreibt sie: „Dies hing gerade in Deutz an unserer Windschutzscheibe (und an 60 % der anderen Autos)! Wo sind wir denn jetzt bitte gelandet? Ich bin ehrlich gesagt sprachlos.“

Darunter finden sich zahlreiche Kommentare, in denen die Verteiler der Zettel als „Ökoterroristen“ und „Dummköpfe“ bezeichnet werden. Ein weiterer User kritisiert: „... und das ohne zu wissen, ob das Auto eine größere Familie beherbergt.“ Die sollten lieber Papier sparen, merkt ein anderer an.

Neben den überwiegend negativen Äußerungen zu der Aktion finden sich unter dem Post aber auch Unterstützer: „Geile Aktion. Der Verteiler hat völlig recht.“ Ein anderer schreibt: „Alles, was da auf dem Zettel steht, stimmt.“

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Keine rechtlichen Schritte seitens der Stadt

Gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ bestätigte ein Sprecher der Stadt Köln, dass sich mehrer Bürger wegen der Zettel gemeldet hätten. Rechtliche Schritte werde die Stadt jedoch nicht einleiten. Das Herstellen und Verteilen erfülle keinen Strafbestand, insbesondere nicht den des Betruges, heißt es. „Der Absender versucht nicht darüber zu täuschen, dass die Zettel von der Stadt Köln stammen.“ Solange nicht klar ist, wer die Flyer erstellt habe, sei auch ein zivilrechtliches Verfahren nicht Erfolg versprechend. Erst wenn dazu Hinweise eingehen, wolle man die rechtliche Lage erneut prüfen.

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RND/ce