Hüttenbrand in Norwegen: Vier Kinder und ein Erwachsener tot

  • Bei dem Brand einer abgelegenen Hütte auf den Vesterålen in Norwegen sind alle fünf zunächst als vermisst gegoltene Menschen ums Leben bekommen.
  • Die Leichen von vier Kindern und einer erwachsenen Person, vermutlich der Mutter, wurden am Sonntag gefunden.
  • Ein Mann konnte barfuß aus einem Fenster fliehen – doch die Hilfe, die er rief, kam zu spät.
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Oslo. Ein Brand in einer Ferienhütte bei Risøyhamn in Norwegen hat Freitag- auf Samstagnacht eine Familie nahezu ausgelöscht. Bis Sonntagabend wurden die Überreste von fünf Leichen aus der völlig niedergebrannten Hütte geborgen. Die Leichen seien noch nicht identifiziert, sagte ein Polizeisprecher am Abend. „Mit schwerem Herzen müssen wir sagen, dass dieser Brand fünf Menschenleben gekostet hat. Die Polizei ist erleichtert, dass wir alle Vermisste finden konnten, aber es ist ein schwieriger Tag für alle Angehörigen und für die gesamte Gemeinde“, heißt es in einer Polizeimitteilung.

Bei den Todesopfern handelt es sich um eine erwachsene Person sowie um vier Kinder unter 16 Jahren. Sie hielten sich in der Unglücksnacht in der Hütte auf. Ein Mann hatte zunächst versucht, die anderen Personen zu retten, stieg aber aus dem Fenster, um Hilfe zu holen, als er bemerkte, dass er selbst nicht helfen konnte. Er lief barfuß und nur in Schlafkleidung rund vier Kilometer bis zum nächsten Haus. Im Umfeld der Hütte gibt es keinen Handyempfang.

Die Familie hatte die die Hütte erst im letzten Herbst gekauft

Laut dem norwegischen Fernsehsender NRK handelt es sich bei den Opfern um eine Familie. Sie hatten die Hütte erst im vergangenen Herbst gekauft. Die zweigeschossige Hütte war 2005 erbaut und 2017 aufwendig renoviert worden und befand sich rund 170 Kilometer vom Wohnort der Familie auf den Lofoten entfernt. Warum das Feuer ausbrach, ist noch nicht bekannt, die Rettungskräfte hatten sich am Sonntag zunächst darauf fokussiert, die Vermissten zu finden.

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Für Norwegen ist es die zweite Tragödie binnen weniger Tage. Am 30. Dezember waren bei einem Erdrutsch am frühen Morgen mehr als 30 Wohnungen in den Abgrund gerissen worden. Sieben Leichen, darunter die eines zweijährigen Mädchens sowie seiner hochschwangeren Mutter, wurden geborgen. Drei Menschen, darunter ein 13-jähriges Mädchen und seine Mutter, gelten noch als vermisst. Die Sucharbeiten sind wegen weiterer Erdrutsche in dem Gebiet seit anderthalb Wochen unterbrochen und können frühestens kommende Woche wieder aufgenommen werden.

RND/msk

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