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Hitze am Wochenende

Hohe Waldbrandgefahr in vielen Bundesländern - Vorsicht bei Ausflügen in die Natur

Ein Schild mit der Aufschrift "Achtung! Brandgefahr! - Rauchen, Feuer und offenes Licht ist verboten" hängt in einem Wald in Bayern an einem Baum.

Es wird sommerlich - und am Samstag werden vielerorts Temperaturen um die 35 Grad erwartet. Doch mit der anhaltenden Trockenheit steigt auch die Gefahr für Waldbrände. Ein Überblick über die Lage in den verschiedenen Bundesländern.

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Rheinland-Pfalz und Saarland

In Teilen von Rheinland-Pfalz und im Saarland besteht eine hohe Waldbrandgefahr. Nach dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Freitag besteht in mehreren Regionen von Rheinland-Pfalz die zweithöchste Gefahrenstufe. Für das Wochenende mit vorhergesagten Temperaturen weit über 30 Grad sieht der DWD am Sonntag lokal auch die höchste Gefahrenstufe. Für das gesamte Saarland sehen die Meteorologen am Wochenende die zweithöchste von insgesamt fünf Gefahrenstufe. Die Lage soll sich in beiden Ländern erst am Montag wieder entspannen.

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Hessen

Auch in Teilen Hessens ist die Waldbrandgefahr hoch. Nach dem Waldbrandgefahrenindex des DWD vom Freitag besteht in mehreren Regionen die zweithöchste Gefahrenstufe. Für das Wochenende sieht der DWD lokal auch die höchste Gefahrenstufe. Die Lage soll sich erst am Montag wieder entspannen.

Das Umweltministerium hatte bereits zur Wochenmitte erhöhte Vorsicht bei Waldbesuchen angemahnt. Außerhalb ausgewiesener Grillstellen dürfe kein Feuer entfacht werden. Auf Grillplätzen solle darauf geachtet werden, Funkenflug zu vermeiden und das Feuer vor dem Verlassen richtig zu löschen. Im Wald besteht zudem ein Rauchverbot. Außerdem bat das Ministerium darum, Zufahrtswege in Wälder frei zu halten.

Thüringen

Die anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr auch in Thüringen steigen. Nach Angaben der Landesforstanstalt vom Donnerstag wurde für den Bereich des Forstamtes Heldburg im Süden des Freistaates die höchste Warnstufe 5 ausgerufen. In den Forstämtern rund um Eisenach gilt mit der Stufe 4 ebenfalls eine hohe Waldbrandgefahr. In allen übrigen Regionen weist die Karte von Thüringenforst mit Stufe 3 eine mittlere Waldbrandgefahr aus.

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Bei der Waldbrandstufe 5 können extrem gefährdete Waldgebiete gesperrt werden. Dies kann an sehr heißen Tagen auch zur Sperrung von Badeseen mit angrenzenden Kiefernwälder führen. Erfahrungsgemäß hantierten Badegäste - bisweilen fahrlässig - mit offenem Feuer wie Zigaretten, Grill oder Lagerfeuer.

Baden-Württemberg

Der Waldbrand-Gefahrenindex des DWD zeigt hohe bis sehr hohe Werte im ganzen Land an. „Offenes Feuer und Rauchen sind im Wald tabu“, sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU). Waldbesucher sollten nur die ausgewiesenen Grillstellen benutzen. Die Landeshauptstadt geht noch einen Schritt weiter und sperrte die öffentlichen Grillplätze. „Die Waldbrandgefahr in Stuttgart ist innerhalb kurzer Zeit stark angestiegen“, teilte das Rathaus mit. Die Grillstellen würden wieder geöffnet, sobald das Wetter dies zulasse.

„Feuer entstehen sehr häufig durch Unachtsamkeit“, warnte das Kreisforstamt Freudenstadt in dem Zusammenhang. „Die weggeworfene Zigarettenkippe zählt hierzu genauso wie die unachtsam liegen gelassene Flasche oder das Verlassen eines ungelöschten Grillfeuers an einer hierfür vorgesehenen Grillstelle.“ Daher sei beim Ausflug am Wochenende Vorsicht geboten: Ausgetrocknete Bodenvegetation oder Reisig in den Wäldern könnten schnell Feuer fangen. „Besonders gefährlich ist dabei der Funkenflug, der offenes Feuer in der freien Natur zum unkalkulierbaren Risiko macht.“

Bayern

Die Wald- und Wiesenbrandgefahr ist auch in Bayern am Wochenende vielerorts hoch bis sehr hoch. Besonders betroffen sind Ober- und Unterfranken, wie ein Meteorologe des DWD mitteilte. „Da, wo der Gefahrenindex am höchsten ist, ist auch die Dürre am größten.“ In Franken habe es zuletzt wenig geregnet, daran werde sich auch in den nächsten Tagen nichts ändern.

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Hitze ist zwar kein direkter Auslöser von Bränden, die es bei starker Trockenheit auch im Winter geben kann. „Aber bei Hitze ist die obere Bodenschicht extrem trocken, so dass ein kleiner Funken ausreicht“, sagte der Meteorologe. Wer die hochsommerlichen Temperaturen Samstag und Sonntag für Ausflüge in die Natur nutzen will, muss deswegen besonders aufpassen. „Schon ein Funke oder eine weggeworfene Zigarettenkippe können Gras, Nadelstreu und am Boden liegende Zweige entzünden und einen folgenschweren Brand auslösen“, warnte die Regierung von Oberfranken.

Doch nicht nur ein in die Natur geschnippter Glimmstängel ist bei der Brandgefahr im Freistaat tabu. „Durch eine achtlos weggeworfene Flasche oder Glasscherben kann die Sonnenstrahlung fokussiert werden und ein Feuer auslösen“, sagte der DWD-Meteorologe. Was viele vermutlich auch nicht auf dem Schirm haben: Wer seinen Wagen auf Wiesen oder Waldwegen parkt, kann ebenfalls aus Versehen für einen Brand sorgen - etwa durch einen heißgelaufenen Auspuff.

Berlin

In Berlin ist die Waldbrandgefahr wegen der anhaltenden Trockenheit ebenfalls sehr hoch. Die Senatsumweltverwaltung forderte am Donnerstag, das Rauch- und Grillverbot im Wald und in dessen Nähe streng zu beachten. „Trockenes Laub, Nadeln sowie Äste und Zweige fangen leicht Feuer.“ Wer gegen das Rauch- und Feuerverbot verstößt, muss laut der Mitteilung mit Bußgeldern in Höhe von mindestens 100 Euro bis zu 50.000 Euro rechnen.

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Infolge der seit März andauernden Trockenheit sei der Waldboden sehr leicht entzündbar. Die Wetterprognosen ließen eine weitere Zunahme der Gefahr erwarten, hieß es weiter.

Brandenburg

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg ist ebenfalls weiter unvermindert hoch: Der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel sprach von zwölf Bränden allein am vergangenen Mittwoch. Damit sind ihm zufolge seit Saisonbeginn rund 200 Waldbrände registriert worden. Ein großer Flächenbrand hat die Feuerwehren in Berlin und Brandenburg am Mittwochabend in Atem gehalten. Das Feuer loderte auf einer 12.000 Quadratmeter großen Gras- und Heidefläche nahe Dallgow-Döberitz (Havelland) an der Stadtgrenze zu Berlin. Nach Angaben der Regionalleitstelle Nordwest brannte es auf 2000 Quadratmetern auf Brandenburger und auf etwa 10.000 Quadratmetern auf Berliner Gebiet.

Nach Angaben des Umweltministeriums galt am Donnerstag in elf Landkreisen die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe (4), in den Kreisen Uckermark, Märkisch-Oderland und Oder-Spree Gefahrenstufe 3. Die Stufen werden unter anderem anhand von Niederschlag, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Temperatur berechnet.

Sachsen-Anhalt

Die extreme Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr auch in Sachsen-Anhalt steigen. Am Donnerstag galt im Jerichower Land bereits die höchste Waldbrandwarnstufe 5. Das teilte das Landeszentrum Wald mit. Weitere Landkreise wie der Altmarkkreis Salzwedel, die Börde und Anhalt Bitterfeld erreichten die Warnstufe 4. Bei anhaltender Trockenheit drohten auch sie, die höchste Warnstufe zu erreichen. Gemäß Landeswaldgesetz ist es bei der Warnstufe 5 verboten, den Wald außerhalb von Wegen zu betreten.

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Im Harz in Sachsen-Anhalt ist währenddessen schon erneut ein Waldbrand ausgebrochen. Betroffen ist eine Fläche von etwa fünf Hektar im Trecktal im Oberharz am Brocken, wie ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Harz am Freitagmorgen sagte. Das entspricht einer Größe von etwa sieben Fußballfeldern. Weshalb das Feuer um kurz nach Mitternacht ausbrach, sei noch unklar. Im Harz war es im Frühjahr bereits mehrfach zu größeren Bränden gekommen.

Sachsen

Auch in Sachsen steigt die Waldbrandgefahr. Am Wochenende werde in den nördlichen Regionen des Freistaates die höchste Waldbrandwarnstufe 5 erreicht, teilte der Staatsbetrieb Sachsenforst am Donnerstag mit. Selbst im Erzgebirge, wo die Lage sonst meist vergleichsweise entspannt ist, werde noch mit einer mittleren Gefahr gerechnet. Auch dies mahne schon zu einem vorsichtigen Verhalten. Mindestens zwei Drittel der Waldbrände in Sachsen würden von Menschen ausgelöst.

Sachsens Forstminister Wolfram Günther (Grüne) appellierte an die Menschen, nicht im Wald zu rauchen, kein Feuer zu machen und nur auf ausgewiesenen Parkplätzen zu parken. In den besonders gefährdeten Regionen solle man lieber ganz darauf verzichten, in den Wald zu gehen. Sachsenforst wies darauf hin, dass Waldbrände unverzüglich per Notruf gemeldet werden müssten. Wenn die Feuerwehr schnell eintreffe, könne die Ausbreitung von Bränden meist effektiv verhindert werden.

RND/dpa/hsc

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