Mit Panzern und 900 Soldaten: So hilft die Bundeswehr in den Hochwassergebieten

  • Mit den Rettungs- und Aufräumarbeiten in den Hochwassergebieten sind die Helferinnen und Helfer an den Grenzen ihrer Kapazitäten.
  • Jetzt rückt die Bundeswehr zur Hilfe.
  • Im Einsatz: Dutzende Fahrzeuge, Hubschrauber und schweres Gerät.

Schuld/Euskirchen/Hagen. Tausende Helferinnen und Helfer sind in den Katastrophengebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Einsatz. Sie retten Menschenleben, räumen Schutt aus den völlig zerstörten Ortschaften, kümmern sich um Bewohnerinnen und Bewohner, die zum Teil alles verloren haben. Mit ihrer Arbeit sind die Einsatzkräfte an der Grenze ihrer Kapazitäten – jetzt eilt die Bundeswehr zur Hilfe.

Insgesamt 900 Soldatinnen und Soldaten helfen inzwischen in den Hochwassergebieten, teilt das Militär am Freitag mit. Dazu jede Menge Fahrzeuge: 87 Kraftfahrzeuge, 18 Krankenwagen, zwölf Boote, vier Bergepanzer, drei Truppentransportpanzer, drei Hubschrauber und eine Fähre.

Im Vordergrund stehe bei den Einsätzen die Rettung von Menschenleben – die Bundeswehr unterstütze aber auch mit „Helfenden Händen“ und Material, heißt es weiter.

+++ Alle Entwicklungen zur Hochwassersituation können Sie im Liveticker verfolgen +++

Aufräumarbeiten in Hagen

Die Truppe ist am Freitag unter anderem in Stolberg in Aachen mit zwei Bergepanzern und einem Rettungshubschrauber im Einsatz. Mit sieben Fahrzeugen wird die Evakuierung von Stadtteilen in Rheinbach unterstützt, ebendort stellt die Bundeswehr Unterkünfte für Evakuierte bereit.

Die Stadt Hagen wird mit Bergepanzern beim Freiräumen von Straßen unterstützt. Wie der WDR berichtet, ist zumindest im Stadtteil Hohenlimburg inzwischen das Allerschlimmste überstanden. Mit 200 Soldatinnen und Soldaten und schwerem Gerät sei die Feuerwehr dort unterstützt worden.

Video
Augenzeuge über Hochwasser: „Zum Packen blieb keine Zeit mehr“
2:23 min
Im nordrhein-westfälischen Blessem in Erftstadt bei sind mehrere Häuser von den Wassermassen mitgerissen worden.  © RND/Thorsten Fuchs

So sei etwa der Tresor der Sparkasse aufgebrochen worden, um den Inhalt so gut es geht zu retten – das komplette Bankgebäude stehe unter Wasser. Brücken waren teilweise gesperrt, zwei Brücken im Oberlauf der Volme sind zerstört, Häuser sind einsturzgefährdet. Aus der Glörtalsperre musste Wasser abgelassen werden, um einen Dammbruch zu verhindern.

Tausende Sandsäcke werden befüllt

Im Stadtgebiet Mettmann helfen Soldatinnen und Soldaten beim Befüllen von Sandsäcken und bei der Beseitigung von Schäden. In Euskirchen stellt die Bundeswehr eine Turnhalle als Notunterkunft zur Verfügung sowie Feldbetten und Decken für Mechernich. Auch in der Stadt Leverkusen befüllt die Bundeswehr Sandsäcke: 20.000 sollen es sein, vielleicht sogar noch mehr.

Ähnlich wie in Hagen sind auch in Leverkusen aktuell rund 200 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz – doch noch gebe es Probleme, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Das Autobahnkreuz Leverkusen ist aktuell gesperrt, einige Einsatzkräfte stecken noch fest.

1 von 47
1 von 47
Nordrhein-Westfalen, Erftstadt: Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem.  @ Quelle: Rhein-Erft-Kreis/dpa

In der Region Daun unterstützt die Bundeswehr mit Sanitätskräften, im Raum Bitburg bei der Rettung und Evakuierung von Betroffenen. In der besonders stark betroffen Region Ahrweiler hilft die Bundeswehr mit zwei Rettungshubschraubern bei der Rettung von Menschen von Hausdächern und bei der Notarztversorgung. Auch sogenannte tiefwatfähige Fahrzeuge kamen dabei zum Einsatz – dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die auch durch Flüsse oder eben extremes Hochwasser fahren können.

Papierkram muss warten

Es dürften nicht die einzigen Einsatzorte bleiben. Zahlreiche Gemeinden melden sich offenbar beim Militär und bitten um Hilfe. Die Soldaten schickten ein Vorkommando und schauten, was sie leisten könnten, dann würde gehandelt, erklärt ein Sprecher der „FAZ“. Um die „Papierlage“ kümmere man sich später.

RND/msc

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen