Hochwasser: So ist der Wasserstand von Mosel, Donau und Rhein

  • Bei der Hochwasserkatastrophe sind vor allem Regionen mit kleinen Flüssen betroffen.
  • Aber auch die Wasserpegel von Mosel, Donau und Rhein liegen weit über dem Normalwert.
  • Für die kommenden Tage bahnt sich eine weitere Entspannung der Lage an.

Von den Hochwassern der vergangenen Tage waren vor allem Regionen betroffen, die an kleineren Flüssen liegen. So traten im Westen Deutschlands Ahr und Rur über und richteten ihr Unheil an. Die Folgen waren verheerend. Und auch größere Flüsse wie Rhein, Mosel und Donau vermeldeten teils weit höhere Pegelstände, als zu dieser Jahreszeit üblich. Dennoch blieben größere Überschwemmungen hier aus.

„Kleine Flüsse, sind von Sommerunwettern natürlich eher betroffen. Sie führen nicht so viel Wasser und steigen schneller an, als das zum Beispiel bei dem Rhein der Fall wäre. Unheil passiert daher zu meist an diesen Gewässern“, sagt Diplommeteorologe Jürgen Schmidt vom Wetterkontor.

Große Flüsse reagieren träger

Generell sei das Risiko von Überschwemmungen an den großen Flüssen geringer, weil sie träger seien. „Die Pegel gehen zwar langsamer zurück, aber sie steigen eben auch langsamer“, sagt Schmidt. Dadurch hätten Anwohner auch mehr Zeit sich auf etwaige Hochwasser vorzubereiten. „In der Regel hat man am Rhein etwa 46 bis 48 Stunden Vorlauf. Die Vorhersagen sind da sehr gut.“ Bei den kleinen Flüssen, habe das aber wohl nicht so gut funktioniert. „Und dass, obwohl die die Vorhersagen zu den Niederschlagsmengen vom Wetterdienst sehr gut waren. Das muss verbessert werden“, sagt der Wetterexperte.

In Koblenz wurde laut Schmidt in den vergangenen Tagen ein Höchstpegel von 6,60 Metern übermittelt. Normal sind 2,30 Meter – im Juli sogar noch weniger. „In den letzten Jahren lag der Pegel im Sommer bei gut einem Meter. Der Stand jetzt ist stark über dem Normalwert, aber trotzdem nicht kritisch“, sagt Schmidt. Erst ab 7,50 bis acht Metern würde es interessant. Und auch die Donau führte Hochwasser, erreichte bei Passau einen Wasserstand von über acht Metern. Das bedeutet Meldestufe 3.

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Bayern: Dramatisches Hochwasser in Passau bleibt aus
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Nach dem Hochwasser im Südosten Bayerns können die Menschen etwas aufatmen. Der Starkregen hat aufgehört und vielerorts scheint sogar die Sonne.  © dpa

Lokale Gewitter immer noch möglich

Aktuell hat sich die Wetterlage in allen vom Unwetter betroffenen Regionen entspannt. Die Pegel sinken wieder, das Wasser läuft ab. Für die kommenden Tage prognostiziert der Experte vom Wetterkontor eine ruhige Wetterlage. „Lokal könnten erneut Gewitter und Schauer auftreten, aber diese haben eine schnellere Zuggeschwindigkeit und es wird deshalb in den einzelnen Regionen deshalb nicht so viel Niederschlag geben, wie es in der letzten Woche der Fall war. Auch wird es keine großflächigen Unwetter geben“, sagt Schmidt. Es bestünde jedoch noch Gefahr an Orten, wo die Reste des Hochwassers nicht einfach ablaufen können. An der Steinbachtalsperre zum Beispiel.

Und auch eine ganz besondere Gruppe von Menschen sieht der Experte gefährdet: die Camper. Denn an Plätzen, die nah am Wasser liegen, seien kleinere Überflutungen doch durchaus möglich. „Und die erwarten im Sommer viele nicht. Die Camper müssen gewarnt werden,“ sagt Jürgen Schmidt.

RND/tnh

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