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  • Hochwasser in Deutschland: Regen und Tauwetter könnten Pegel zum Wochenende weiter ansteigen lassen

Hochwasser in Deutschland: Weiterer Anstieg in den kommenden Tagen erwartet

  • Die Hochwasserlage bleibt in Teilen Deutschlands angespannt.
  • Bis zum Wochenende könnten die Pegelstände einiger Flüsse noch einsteigen.
  • Regen und Tauwetter verbessern die Lage nicht.
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Die Hochwasserlage in Nordrhein-Westfalen ist auch am Donnerstagmorgen angespannt geblieben. In Düsseldorf, Duisburg, Wesel und Rees stieg der Pegel des Rheins im Vergleich zu Mittwochmorgen weiter leicht an, wie die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung auf ihrer Homepage schrieb. In Köln hingegen sank der Pegel von 8,28 Metern am Mittwochmorgen auf 8,21 Meter am Donnerstagmorgen. Damit können vorerst in Köln Schiffe weiter verkehren.

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Der Metereologe Jürgen Schmidt (Wetterkontor) rät dazu, die Einkäufe möglichst schon vor dem Wochenende zu erledigen.  © RND

Ab einem Pegel von 8,30 Metern muss die Schifffahrt eingestellt werden. „Im Moment ist die Lage noch relativ entspannt“, sagte ein Polizeisprecher aus Köln am Donnerstagmorgen. Trotzdem ist laut Landesamt für Umwelt am Donnerstag und Freitag mit steigendem Wasser zu rechnen. Durch Schmelzwasser und Regenfälle war der Wasserstand in den vergangenen Tagen auch in Köln deutlich angestiegen.

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„Außergewöhnliches Hochwasser“ in Hessen

Die Hessen müssen sich weiterhin auf Hochwasser und überlaufende Flüsse einstellen. Vor allem rund um Fulda waren die Pegelstände am Donnerstagmorgen hoch, wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie auf seiner Homepage schrieb. An mehreren Messstationen wurde die Meldestufe zwei überschritten, die für ein mittelschweres Hochwasser steht. An der Station in Bronnzell (Fulda) stieg der Pegel sogar über die dritte Meldestufe, dort herrscht laut Landesamt also „außergewöhnliches Hochwasser“.

Auch an der Nidder erreichte der Pegel am Donnerstagmorgen stellenweise die Meldestufe zwei. Am hessischen Rheinabschnitt stand das Wasser ebenfalls über dieser Stufe. Hier rechneten die Experten mit anhaltend hohen Wasserständen auch in den kommenden Tagen durch weitere Regenfälle und Schmelzwasser.

Erste Alarmstufen in Sachsen möglich

Regen und Tauwetter lassen die Pegelstände verschiedener Flüsse in Sachsen steigen. Es ist möglich, dass an einigen Flüssen die erste von vier Alarmstufen erreicht wird, wie am Mittwochabend aus den Daten des Landeshochwasserzentrums hervorging. Für die Schwarze Elster, die Lausitzer Neiße, die Spree, die Flussgebiete Obere Weiße Elster, Untere Weiße Elster und Nebenflüsse Obere Elbe lagen bereits am Mittwoch Hochwasserwarnungen vor.

Das Wetter am Donnerstag könnte die Wasserstände weiter steigen lassen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet vormittags Regen und milde Temperaturen von sieben bis neun Grad und im Bergland drei bis sechs Grad. Der Freitag soll laut Prognose zunächst trocken bleiben, aber in der Nacht zu Samstag wird es laut Meteorologen zunehmend regnerisch. Auch am Samstag wird Regen erwartet. Im hohen Bergland soll es bei Temperaturen von null bis zwei Grad schneien.

Tauwetter lässt Pegelstände in Thüringen steigen

Auch in Thüringen steigen die Pegelstände verschiedener Flüsse. An der Werra und ihren Zuflüssen könnte die erste von vier Alarmstufen ausgerufen werden, teilte die Hochwasser-Vorhersagezentrale am Mittwoch mit. Auch die Saale führe wegen des Tauwetters viel Wasser. In deren Einzugsgebiet wurden Talsperren gedrosselt, um ein weiteres Anschwellen des Flusses zu verhindern.

Das Wetter in den kommenden Tagen könnte die Wasserstände weiter steigen lassen. Zwar soll es laut der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag und Freitag meist nicht regnen, das Tauwetter hält bei Höchsttemperaturen von sieben bis zehn Grad am Donnerstag jedoch an. Auch im Bergland kann es bei Höchstwerten von bis zu sechs Grad tauen.

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Die Nidder trat etwa über die Ufer und führte zu Überschwemmungen.  © dpa

In der Nacht zum Samstag soll es der Prognose zufolge zunehmend regnerisch werden und auf null bis drei Grad abkühlen. Auch tagsüber erwarten die Meteorologen Schmuddelwetter. In der Nacht zum Sonntag könnte es verbreitet schneien.

Entspannung wohl erst nächste Woche

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Die Hochwasserlage in Rheinland-Pfalz ist weiter angespannt. Die Pegelstände am Oberrhein verharren auf hohem Niveau, teilte das Hochwassermeldezentrum (HMZ) in Mainz mit. Der Oberrhein bei Mainz erreichte am Donnerstagmorgen einen Pegel von 6,15 Meter - Tendenz steigend. Erst gegen Ende der Woche soll sich die Lage entspannen. Auch am Mittelrhein stiegen die Wasserstände am Donnerstagmorgen weiter an, in Koblenz meldete das HMZ einen Pegel von 6,91 Metern.

Für die Mosel sahen Experten des Hochwassermeldedienstes am Mittwoch weiterhin steigende Pegelstände in Trier. „Wir gehen aktuell davon aus, dass der Höchststand am Donnerstag mit Werten zwischen 8,30 Metern und 8,90 Metern erreicht sein wird“, sagte ein Sprecher.

Währenddessen macht das Regenwetter in Rheinland-Pfalz am Donnerstag eine kurze Pause. Bei Temperaturen zwischen 6 Grad in der Hocheifel und bis zu 13 Grad wird es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bewölkt und meist trocken. Am Freitag zieht dann aber wieder Regen über die Region. Vor allem in der Nacht zu Samstag kann es laut Vorhersage kräftigen Niederschlag geben.

RND/dpa

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