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  • Hochwasser in Bad Breisig, Rheinland-Pfalz: Betroffene schildert Situation im Hochwassergebiet

„Waren überhaupt nicht vorbereitet“ – Betroffene schildert Situation im Hochwasser­gebiet

  • Ulrike Gröger lebt in Bad Breisig, seit Mittwoch­nacht ist der Ort, in dem die 63-Jährige lebt, von der Außenwelt abgeschnitten.
  • Nichts habe vorher auf die sich anbahnende Hochwasser­katastrophe hingewiesen.
  • Jetzt steht sie hilflos da: „Wir können nicht richtig helfen – und das tut weh.“
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Bad Breisig/Landkreis Ahrweiler. Als Ulrike Gröger (63) in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag von laut­starken „Strom­ausfall“-Durch­sagen der Feuer­wehr geweckt wurde, hatte sie lediglich ihre Balkon­pflanzen im rheinland-pfälzischen Bad Breisig abgedeckt, um sie vor dem angekündigten Stark­regen zu schützen. Nichts deutete vorher auf eine mögliche Hochwasser­katastrophe hin. Ihr Sohn beruhigte sie noch am Mittwoch­abend, es werde schon nicht so schlimm kommen.

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Dramatische Hochwasser-Lage hält an - Helfer im Dauerstress
4:19 min
Die Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland bringt eine überwältigende Solidaritätsbereitschaft zum Vorschein.  © RND

Seitdem ist Ulrike Gröger an ihrem Wohn­ort, der nur wenige Auto­minuten vom besonders stark vom Hoch­wasser betroffenen Kreis Ahrweiler entfernt ist, von der Außen­welt abgeschnitten. Lebens­mittel in den Super­märkten werden weniger, „zuletzt bekam ich nicht mal mehr Kartoffeln“. Doch die Gemeinschaft helfe sich gegenseitig. „Wer etwas zu Essen im Haus hat, der teilt“, sagte Gröger dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Helfer packen an: Menschen in der Hochwasserregion helfen sich gegenseitig. Teils sind Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten, in Supermärkten fehlen immer mehr Lebensmittel. © Quelle: privat

Allein im Land­kreis Ahrweiler haben mindestens 110 Menschen bei der Flut­katastrophe ihr Leben verloren. Auch am Sonntag suchten Rettungs­kräfte in den teils völlig zerstörten Ortschaften nach Opfern – auch mithilfe von Luftbild­aufnahmen, die vom Hub­schrauber aus gemacht wurden. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Toten weiter steigt, berichtet die Polizei in Koblenz.

Auch das kleine Städtchen Bad Neuenahr-Ahrweiler gleicht einem Trümmer­feld. Bagger heben Autos an, die sich in den Gassen verkeilt haben, vor den Häusern stapeln sich Tische, Stühle und anderer zerstörter Hausrat. Anwohner wie Thomas Bähr schaufeln Schlamm aus ihren Häusern. „Das haben wir gerade erst gekauft“, erzählt der Besitzer eines 300 Jahre alten Hauses.

Schnappschuss aus dem Auto: Trümmerteile auf einer Straße bei Ahrweiler. © Quelle: privat

„Die Menschen kommen einfach nicht zu uns durch“

In Bad Breisig sind die Bürgerinnen und Bürger noch glimpflich davon­gekommen. Der Entfernung zur Ahr sei Dank. Nur wenige Auto­minuten liegt Sinzig entfernt, ein Stück den Rhein hinauf. Was am Dienstag mit dem Auto noch schnell gefahren war, ist am Sonntag unmöglich. Die Brücke zwischen den beiden Ort­schaften ist unbefahrbar. „Ich habe genug Platz, angeboten, eine Familie in meinem Wohn­zimmer aufzunehmen, doch die Menschen kommen einfach nicht zu uns durch“, sagte Gröger. „Wir können nicht richtig helfen – und das tut weh.“ Die Freundin ihres Sohnes habe in Sinzig eine Wohnung gehabt „und dort alles verloren“.

Die Barbarossa-Schule in Sinzig. © Quelle: privat

Gröger kann nicht verstehen, dass die Menschen in der Region nicht ausreichend vorgewarnt wurden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat angegeben, mit diesen Wassermassen gerechnet zu haben. „Wir waren überhaupt nicht auf die Situation vorbereitet. Selbst in den Nachrichten war vorab wenig zu hören und wenn, war nur von Starkregen die Rede.“

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Ihre Tochter habe Angst, so Gröger, immer wieder falle der Strom aus, Sirenen seien zu hören. Unlängst habe die Berufs­bildende Schule der 19-Jährigen bekannt geben, dass auch mindestens ein Schüler und auch Lehrer unter den Todes­opfern der Hochwasser­katastrophe seien. Gröger erwartet nun von der Regierung schnelles Handeln und fordert auch die Hotels in der Region auf, den Menschen ein Obdach zu geben. Denn „der Wieder­aufbau wird dauern“, da ist sich Gröger bereits jetzt sicher.

mit Material der dpa

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