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Hochwasser-Gebiete: Wenig Regen in der Nacht, aber noch keine Entspannung

  • In den deutschen Hochwasser-Gebieten hat es in der Nacht zu Sonntag deutlich weniger geregnet als befürchtet.
  • Entwarnung gibt es allerdings nicht.
  • In der derzeitigen Situation könnten durch die beschädigte Infrastruktur schon kleinste Mengen zum Problem werden.
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Offenbach. Die vergangene Nacht ist in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen - entgegen vorheriger Befürchtungen - nahezu trocken geblieben. Nach einigen Niederschlägen am Samstagnachmittag habe es in der Nacht in den Regionen kaum noch geregnet, sagte eine Sprecherin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntagmorgen.

In der Nordeifel seien am Samstag im Schnitt fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Sprecherin betonte aber auch, dass in der jetzigen Situation schon kleine Mengen Niederschlag zum Problem werden könnten, da Abflüsse verstopft und die Kanalisationen beschädigt sind. „Aus polizeilicher Sicht gab es keine Besonderheiten“, sagte ein Sprecher der Polizei in Koblenz. Probleme durch weitere Regenfälle habe es nicht gegeben. Am Sonntagmorgen schien im Ahrtal zeitweise die Sonne.

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Flut-Einsatz des DRK: „Wir sind so lange da, wie die Menschen uns brauchen“
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Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pflalz und NRW helfen Menschen aus ganz Deutschland bei den Aufräumarbeiten.  © Reuters
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Starke Regenfälle erwartet - Evakuierungsangebote in der Eifel

Auch für Sonntag waren in den von der Katastrophe am stärksten betroffenen Gebiete noch starke Regenfälle und lokale Gewitter vorhergesagt. Den besonders betroffenen Kommunen war daher ein Evakuierungsangebot gemacht worden. In den gefährdeten Gebieten Schuld, Insul, Dümpelfeld und Bad Neuenahr sollten die Menschen demnach mit Shuttle-Bussen zu einer Notunterkunft in Leimersdorf gebracht werden können.

Die Zahl der Toten durch das Hochwasser lag wie am Vortag bei 132, die der Verletzten bei 766. Weiterhin wurden noch 149 Menschen vermisst. In Nordrhein-Westfalen sind 47 Menschen ums Leben gekommen, dort werden noch vier Personen vermisst. Die Rettungskräfte hatten für Sonntagnachmittag angekündigt, die Zahlen zu aktualisieren.

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Nordrhein-Westfalen, Erftstadt: Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem.  @ Quelle: Rhein-Erft-Kreis/dpa

Gewitter in Süddeutschland: Überflutungen in Stuttgart.

Schwere Gewitter gab es in der Nacht indes im Süden Deutschlands, dort regnete es, vor allem südlich der Donau, teils auch heftig. Am Sonntag könnte es wieder kräftig gewittern, sagte die DWD-Sprecherin. „Die Luft ist sehr feucht und warm, da kann es brodeln.“ Die Aussichten seien aber für einen Sommertag bislang normal, Unwetterwarnungen gab es zunächst nicht.

In Stuttgart kam es durch einen verstopften Gully zu Überflutungen in der Innenstadt. Regenwasser habe am Samstagabend nicht abfließen können, sagte ein Sprecher der Polizei. Dadurch stand die Schillerstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs unter Wasser. Die Straße wurde vorübergehend gesperrt.

In mehreren Gemeinden im Kreis Heilbronn knickten nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Sonntag Bäume um, Keller liefen voll und Straßen wurden überflutet. Bei der Polizei gingen 19 Meldungen wegen Unwettervorfällen ein. Im Kreis Ludwigsburg wurden am Samstagabend mehrere Straßen überschwemmt und Gullydeckel hochgehoben. Zudem blieb ein Auto in einer überschwemmten Straße stecken, das Wasser stand einen halben Meter hoch. Die Insassen kletterten auf das Autodach und wurden von der Feuerwehr befreit. Im Kreis Calw wurden ebenfalls mehrere Gullydeckel hochgedrückt.

RND/dpa/msk

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