Hitze und Stromausfall machen US-Hurrikangebieten zu schaffen

  • Ein Energieversorger kann nach Hurrikan „Ida“ erste Haushalte in New Orleans wieder ans Netz anschließen.
  • Doch es sind nur wenige.
  • Die übrigen Schäden lassen sich nicht ohne Weiteres beheben.
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New Orleans. Die von Hurrikan „Ida“ verwüsteten Gebiete im Süden der USA haben immer noch mit den Folgen des Wirbelsturms zu kämpfen. Einwohner versuchten am Mittwoch, an Nahrung, Wasser und Treibstoff zu kommen. Vielen machte die schwüle Hitze zu schaffen. Tausende Einsatzkräfte waren dabei, zerfetzte Stromleitungen zu reparieren. Am frühen Morgen (Ortszeit) verzeichneten sie im Osten von New Orleans erste Erfolge. Doch Bürgermeistern LaToya Cantrell sagte, es sei noch mit vielen Enttäuschungen zu rechnen.

„Ida“ war am Wochenende mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde auf die US-Golfküste getroffen. Der Hurrikan schwächte sich zwar zum Tropensturm ab, brachte jedoch heftige Regenfälle mit sich, während er nach Norden zog. Zeitweise hatten mehr als eine Million Haushalte und Geschäfte keinen Strom.

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Ausgangssperre in New Orleans

Die von „Ida“ mit voller Wucht heimgesuchte Insel Grand Isle war nach Angaben der Kreisverwaltung unbewohnbar. Jedes Haus sei mindestens beschädigt, sagte Verwaltungschefin Cynthia Lee Sheng. Mehrere Dämme seien gebrochen, auf der Insel stinke es nach Erdgas.

In New Orleans verhängte Bürgermeisterin Cantrell eine Ausgangssperre, um Plünderungen zu verhindern. In Louisiana wurde ein fünftes Todesopfer gefunden – ein Frau, die tot in ihrer Wohnung lag. Gouverneur John Bel Edwards sagte, er rechne mit weiteren Toten.

Dem Stromversorger Entergy gelang es zwar, einige Haushalte wieder ans Stromnetz anzuschließen. Doch um ganz New Orleans wieder zu versorgen, werde es wegen der schweren Schäden noch eine Weile dauern, erklärte das Unternehmen. Als Erstes sollten Krankenhäuser, Pflegeheime und Notfalldienste wieder angeschlossen werden.

Anderswo in der Stadt bildeten sich mehrere Hundert Meter lange Schlangen vor den wenigen geöffneten Tankstellen. Weil der Strom ausgefallen war, konnten viele Menschen ihre Klimaanlagen nicht benutzen, was die schwül-heiße Luft besonders schwer erträglich machte. Wetterexperten sagten voraus, am Mittwoch könne es in der Region New Orleans gefühlte Temperaturen von um die 41 Grad Celsius geben. „Wir wissen, es ist heiß. Wir wissen, dass wir keinerlei Strom haben. Das bleibt unsere Priorität“, versicherte Bürgermeisterin Cantrell.

70 Busse mit Klimaanlagen

Die Kommunalverwaltung nannte sieben Einrichtungen in der Stadt, wo die Menschen Essen bekommen und sich in klimatisierten Räumen ausruhen könnten. Außerdem seien 70 Busse mit Klimaanlagen unterwegs, sagte Cantrell. Auch Wasser, Nahrung und Eis sollten verteilt werden. Gouverneur Edwards kündigte an, ähnliche Verteilstationen solle es auch in anderen Teilen Louisianas geben.

Angesichts der unterbrochenen Stromversorgung griffen zahlreiche Anwohner auf Generatoren zurück. Das aber erhöhte die Gefahr durch Abgase. Ein Krankenhaus in Louisianas Hauptstadt Baton Rouge habe bereits Dutzende Menschen wegen Kohlenmonoxidvergiftungen behandelt, sagte ein Sprecher.

RND/AP

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