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Extreme Hitze über 40 Grad

Waldbrände in Südeuropa wüten weiter: Touristen fliehen in Italien vom Strand

Überall in Südeuropa toben heftige Waldbrände, wie auch hier in der Sierra de Mijas.

Überall in Südeuropa toben heftige Waldbrände, wie auch hier in der Sierra de Mijas.

Paris/Rom/Athen/Madrid. Auf Erholung von Hitze und Trockenheit müssen die Menschen in weiten Teilen Südeuropas am Wochenende wohl weiter vergeblich warten. Weil der Wind heftig fegt und es vielerorts seit langem trocken ist, ist auch ein Ende der Waldbrände noch nicht in Reichweite. In Portugal gilt weiterhin der Notstand, Frankreich hat sich nun beim Löschen Unterstützung aus dem Ausland geholt. Und in Italien ergreifen Touristen sogar die Flucht vom Strand.

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Dritthöchster Notstand in Portugal

Schon seit einer Woche haben zahlreiche Waldbrände Portugal fest im Griff. Bis einschließlich Sonntag gilt auf dem gesamten Festland Portugals der dritthöchste Notstand. Nach Angaben der Naturschutzbehörde ICNF zerstörten die Flammen in nur einer Woche mehr als 25.000 Hektar. Die dieses Jahr bisher durch Waldbrände vernichtete Fläche erhöhte sich auf 38.600 Hektar - 35 Prozent mehr als im ganzen Vorjahr (28.415 Hektar).

Auch in Frankreich verbrannte seit Jahresbeginn deutlich mehr Land als zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr. Aus dem Innenministerium hieß es, dass 13.000 Hektar den Flammen zum Opfer gefallen seien. 2021 waren es lediglich 500 Hektar bis Mitte Juli gewesen. Mehr als die Hälfte der verbrannten Fläche geht auf zwei Waldbrände südlich von Bordeaux zurück, die Feuerwehrleute seit Dienstag erfolglos versuchen, unter Kontrolle zu bringen. Auch wenn nur wenige Häuser vom Feuer getroffen wurden, mussten knapp 12.000 Menschen vorsichtshalber ihr Zuhause oder ihren Ferienort verlassen. Und auch im Rhonetal gibt es einen größeren Waldbrand.

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Unterstützung für das unter heftigen Winden und Trockenheit leidende Südfrankreich kommt nun aus anderen Mittelmeerländern. Griechenland stellte zwei Löschflugzeuge zur Verfügung, Italien erklärte sich bereit, bei Bedarf auch zwei Maschinen auszuleihen.

18 große Waldbrände in Spanien aktiv

In Spanien waren noch am Freitag im ganzen Land 18 größere Waldbrände aktiv. Der schlimmste wütete in der Gemeinde Las Hurdes in der Provinz Cáceres nahe der Grenze zu Portugal. Die Flammen zerstörten dort wohl mindestens 3500 Hektar Land. Bei einem Waldbrand in der Touristenhochburg Costa del Sol mussten etwa 2300 Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht werden. Rauchschwaden erreichten auch einige Strände. Málaga und die nahe gelegenen bekannten Badeorte wie Marbella, Fuengirola, Torremolinos und Benalmádena waren Berichten zufolge aber nicht gefährdet, da die starken Winde die großen Flammenwände von der südspanischen Küste wegtrieben.

Hunderte Touristen fliehen vor Waldbrand in Spanien

Heftige Waldbrände haben am Freitag in Spanien dazu geführt, dass Hunderte Touristen ihre Unterkünfte verlassen mussten.

Gerade der Wind ist es in Griechenland derzeit, der die Brände anheizt und die Löscharbeiten enorm behindert. Auch für Samstag wird wieder stürmischer Wind erwartet. Das Ministerium für Klimakrise und Bürgerschutz warnte zudem erneut vor „sehr hohem Waldbrandrisiko“ in fünf Regionen des Landes. Die Warnstufe vier (von fünf) gilt unter anderem für die Region Attika mit der Hauptstadt Athen sowie die Inseln Euböa, Kreta, Chios und Samos. Die Behörden appellieren an die Menschen, im Freien unter keinen Umständen mit Feuer zu hantieren.

Waldbrand auf Kreta eingedämmt

Der Waldbrand, der seit Freitag auf der Urlaubsinsel Kreta südlich der Hafenstadt Rethymno tobt, ist am Samstagmorgen unter Kontrolle gebracht worden. Man habe die ganze Nacht über den Kampf gegen die Flammen geführt, teilte die griechische Feuerwehr mit. Sechs Dörfer seien evakuiert worden. Obwohl das Feuer nah an die Siedlungen herankam, seien keine Häuser beschädigt worden, sagte der Bürgermeister der Gemeinde, Agios Vasilios, am Samstag dem Sender Skai.

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So schlimm wie im vergangenen Sommer ist die Lage in Griechenland jedoch längst noch nicht. Zum einen ist es nicht so heiß wie etwa in Spanien und Portugal, wo die Temperaturen teils auf 45 beziehungsweise 47 Grad stiegen. Für das Wochenende wird mit Höchstwerten von 38 Grad gerechnet, was für Griechenland noch keine übermäßige Hitze darstellt. Zum anderen hatte es am vergangenen Wochenende in weiten Teilen des Landes stark geregnet, so dass die Feuergefahr vielerorts bisher noch gering bleibt.

Italien: Touristen fliehen vom Strand

Auf Regen hoffen weite Teile Italiens hingegen noch immer. Nach dem Wiederaufflammen von Bränden im Norden des bei deutschen Touristen beliebten Gardasees, überwachen die Behörden weiter die Gegend. Im norditalienischen Adria-Badeort Bibione sind wegen eines Waldbrandes mehrere Touristen ins Meer geflohen und mussten dort von der Küstenwache gerettet werden. Der Brand in der bei deutschen Urlaubern beliebten Gegend brach laut Medienberichten am Freitagnachmittag aus. Ob Deutsche unter den Geretteten seien, konnte die Küstenwache am Samstag auf Nachfrage zunächst nicht bestätigen. Mehrere Feuerwehren und auch ein Löschhubschrauber kämpften gegen die Flammen an der Grenze zwischen den Regionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Am Samstag lief der Einsatz weiter.

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Auf Videos war zu sehen, wie sich Feuer an den Bäumen hoch fraß und dichter Qualm in den Himmel stieg, der noch aus kilometerweiter Entfernung zu sehen war. „Wir hoffen, dass es nicht in den kommenden Stunden widerrufen wird, aber es sollte keine Vermissten geben“, sagte der stellvertretende Bürgermeister von San Michele al Tagliamento, Pierluigi Grosseto, der Nachrichtenagentur Ansa. Die Polizei ermittle zur Brandursache. Wegen der Dürre ist es laut Grosseto möglich, dass sich die Flammen selbst entzündeten. Vier Feuerherde hätten die Einsatzkräfte bekämpft.

Landesweit herrscht wegen der Trockenheit in vielen Gebieten erhöhte Waldbrandgefahr, wie auf Sizilien und Sardinien oder in Südtirol. Der Statistikbehörde zufolge haben die Dürre-Phasen in den vergangenen Jahren verglichen mit den Jahrzehnten zuvor deutlich zugenommen. Und auch die heißen Temperaturen halten an. Das Gesundheitsministerium gab für Sonntag in Florenz und Perugia die höchste Warnstufe für Hitzewellen aus. Die Experten und Expertinnen empfehlen den Menschen dort, verkehrsreiche Gebiete zu meiden, nicht zur heißesten Tageszeit draußen Sport zu treiben und keine kalten oder alkoholischen Getränke zu trinken.

Während der für nächste Woche erwarteten Hitzeperiode kann auch in Deutschland laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) örtlich die 40-Grad-Marke überschritten werden. Wie aus der Zehn-Tage-Vorhersage vom Samstag hervorgeht, ist vor allem am Dienstag mit einer Aufheizung auf 30 bis 36 Grad zu rechnen - im Südwesten und Westen werden demnach bis zu 39 Grad erreicht. Ursache für das bevorstehende hochsommerliche Wetter ist Hoch „Jürgen“, das von den Britischen Inseln südostwärts zieht und sich über Deutschland festsetzt.

RND/dpa/al

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