Erstmals seit 68 Jahren: Frau auf Weisung der US-Regierung hingerichtet

  • Die in den USA zum Tode verurteilte Lisa Montgomery ist hingerichtet worden.
  • Die 52-Jährige wurde am Mittwoch um 1.31 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt.
  • Ihre Anwältin hatte bis zuletzt gegen die Durchführung der Hinrichtung gekämpft.
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Terre Haute. Eine Gefängnisinsassin aus Kansas ist als erste Frau seit knapp 70 Jahren auf US-Bundesebene hingerichtet worden. Die 52-jährige Lisa Montgomery bekam in einem Bundesgefängnis in Terre Haute im US-Staat Indiana eine Giftspritze. Sie wurde am Mittwoch um 1.31 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der USA die Hinrichtung zugelassen. Ein Berufungsgericht hatte die Exekution kurzzeitig gestoppt.

Montgomery war nach Angaben ihrer Verteidiger als Kind mehrfach vergewaltigt und gequält worden, was ihre psychische Krankheit verschärft hat. Anwältin Kelley Henry sagte, sie glaube nicht, dass ihre Mandantin rational begreife, was vorgehe. Die Staatsanwaltschaft hatte Montgomery vorgeworfen, Geisteskrankheit nur vorgetäuscht zu haben. „Jeder, der an der Hinrichtung von Lisa Montgomery teilgenommen hat, sollte sich schämen“, teilte Henry mit. Sie war der elfte Häftling, der seit Juli mit der Giftspritze in Terre Haute hingerichtet wurde.

Montgomery war im Jahr 2007 des Mordes sowie Kidnappings schuldig gesprochen worden, nachdem sie eine schwangere Frau getötet und ihr das Baby aus dem Bauch geschnitten hatte. Für die Tat, die über die USA hinaus Abscheu und Entsetzen ausgelöst hatte, wurde sie später zum Tode verurteilt.

Im Jahr 2004 hatte Montgomery die damals 23-jährige Bobbie Jo Stinnett im Internet kennengelernt. Sie besuchte ihr Opfer zu Hause in Skidmore (Missouri) unter dem Vorwand, einen Hund von ihr kaufen zu wollen. Stinnett wurde erwürgt und mit aufgeschnittenem Unterleib aufgefunden. Nach einer US-weiten Suche spürte die Polizei Tage später die Täterin im Nachbarstaat Kansas auf. Das Kind hatte sie bei sich. Freunden und Bekannten erzählte sie, es sei die eigene Tochter. Das Mädchen überlebte die Tat und wuchs beim Vater auf.

RND/AP/dpa

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