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Hinrichtung in den USA abgesagt: Richter erlaubt Lisa Montgomery erneute Anhörung

  • Am Dienstag sollte erstmals seit 68 Jahren wieder eine Frau durch die Giftspritze sterben, die durch ein Bundesgericht zum Tode verurteilt worden war.
  • Der Termin wurde nun aber abgesagt.
  • Ein Bundesrichter gewährt der 52-Jährigen eine erneute Anhörung.
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Der Todestag der US-Amerikanerin Lisa Montgomery stand fest: Sie sollte am Dienstag als erste Frau seit 68 Jahren hingerichtet werden. Doch nur wenige Stunden vor der Vollstreckung ihres Todesurteils im US-Bundesstaat Indiana gewährt ein Bundesrichter ihr eine erneute Anhörung, berichtet CNN. Der Tag ihrer Hinrichtung durch eine Giftspritze ist damit auf unbestimmte Zeit verschoben.

In einem Schreiben des zuständigen US-Bezirksgericht heißt es: „Der Antrag von Frau Montgomery, die Hinrichtung auszusetzen, wird gewährt, damit das Gericht eine Anhörung durchführen kann.“ Der Termin ist noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft habe gegen die Entscheidung des Richters bereits Berufung eingelegt, berichtet CNN weiter. Zuletzt hatten sich Montgomerys Anwälte mit einem letzten Gnadengesuch auch an US-Präsident Donald Trump gewandt.

Anwältin: Lisa Montgomery geistig behindert

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„Das Gericht hat die Hinrichtung von Lisa Montgomery zu Recht gestoppt“, sagte ihre Anwältin Kelley Henry in einer Erklärung, die CNN vorliegt. Sie leide nach jahrelangen sexuellen Misshandlungen unter einer schweren psychischen Erkrankung. Psychologinnen bestätigen dem „Guardian“, dass bei ihr im Gefängnis unter anderem bipolare Störungen, eine posttraumatische Belastungsstörung, Angstzustände und Depressionen, Psychosen, Stimmungsschwankungen, Dissoziationen und Gedächtnisverlust diagnostiziert worden seien.

Ihre Anwältin pocht deshalb auf den achten Zusatzartikel der Verfassung. Der verbiete es nämlich, Menschen mit geistiger Behinderung hinzurichten. „Der geistige Zustand von Frau Montgomery verschlechtert sich und wir suchen nach einer Möglichkeit, ihre Behinderung zu beweisen“, führte die Anwältin aus.

Im Dezember 2004 soll die damals 36-Jährige nach Skidmore in Missouri gefahren sein. Montgomery gab vor, einen Welpen von einer Frau kaufen zu wollen, die Hunde züchtete. Die 23-Jährige war zu diesem Zeitpunkt im achten Monat schwanger. Zuvor soll Montgomery mit der Frau Mails ausgetauscht haben, unter anderem, um deren Vertrauen zu gewinnen. Sie gab dafür offenbar selbst vor, schwanger zu sein.

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Als das schwangere Opfer an dem Tag das Haus verließ, griff Montgomery die Frau hinterrücks an. Zunächst soll Montgomery die Frau gewürgt haben. Während diese offenbar noch lebte, griff die Täterin schließlich zu einem Küchenmesser und schnitt der 23-Jährigen den Bauch auf. Das Baby soll Montgomery herausgerissen haben.

Forensik überführt Montgomery

Einen Tag später wurde Montgomery festgenommen. Bei ihrer Festnahme saß sie mit dem Säugling zu Hause auf der Couch. Es sei ihr eigenes Baby, behauptete Montgomery damals. Forensische Computeruntersuchungen überführten die Frau schließlich.

RND/nis

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