Hirsch bricht in Wohngebiet zusammen: Video von Hetzjagd empört Franzosen

  • Mehrere Stunden treiben Jäger und Jagdhunde einen Hirsch durch einen Wald in Frankreich.
  • Das Tier flüchtet schließlich in eine Siedlung und bricht erschöpft zusammen.
  • Ein Video des Vorfalls sorgt bei Tierschützern für Verärgerung.
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Ein zweiminütiges Video aus Frankreich sorgt derzeit für Aufsehen: Zu sehen ist ein völlig erschöpfter Hirsch, der in einem Wohngebiet zusammenbricht. Das Tier hechelt, die Zunge hängt weit aus dem aufgerissenen Maul, er wirkt apathisch. Offenbar wurde das Tier zuvor stundenlang von Jägern und Jagdhunden durch den Wald von Compiègne getrieben – in die Siedlung hinein.

Bei der sogenannten Hetzjagd werden Tiere so lange verfolgt, bis sie gefangen werden können – entweder, weil sie eingeholt werden oder weil sie vor Erschöpfung zusammenbrechen. In Deutschland ist diese Technik verboten, da die Tiere vor ihrem Tod unnötigem Leid ausgesetzt sind. In Frankreich gilt sie als Freizeitbeschäftigung.

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Das Video, das am 19. September rund 80 Kilometer von Paris entfernt entstanden sein soll, wurde von der Tierschutzorganisation AVA France veröffentlicht, auch die Tierschutzorganisation Peta hat das Video geteilt. Der Hirsch kommt in einer Baustelle zur Ruhe, während Anwohner durch Lärm und Gestik versuchen, die Jagdhunde, die um den Hirsch herumlauern, zu verscheuchen. Einige packen die Hunde auch direkt an und bringen sie in Autos.

Anwohner verärgert über Jäger: “Der Wald gehört euch nicht”

Ein Mann ruft in dem Video den Jägern zu, dass es ihre Schuld sei: “Ihr jagt während der Brunft und kommt in die Nähe der Häuser. Eine Schande. Der Wald gehört nicht euch und auch nicht unsere Stadt.” Auch die Polizei ist im Einsatz und verständigt einen Tierarzt. Der soll das Tier betäuben – aber am Leben lassen. Die Anwohner wollten so lange warten, weil sie den Jägern nicht vertrauten.

Doch so weit kam es gar nicht: Als der Hirsch sich ein wenig erholt hatte, stand er auf und rannte erneut panisch davon. Dabei krachte er mitten in ein Absperrgitter der Baustelle. Offenbar blieb das Tier dabei aber weitestgehend unverletzt, es fand schließlich ein Schlupfloch und rannte Richtung Wald davon. Ob das Tier letztendlich überlebte, ist nicht bekannt.

RND/msk

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