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Hessischer Polizist soll Polizeidaten an dubiose Sicherheitsfirma verraten haben

  • Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen hessischen Polizeibeamten wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und der Verletzung des Dienstgeheimnisses.
  • Im Rahmen einer illegalen Nebentätigkeit soll er Polizeidaten an eine dubiose Sicherheitsfirma weitergegeben haben.
  • Sein Arbeitsplatz und Wohnsitz sowie der Sitz der Firma in NRW wurden durchsucht.
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Ein hessischer Polizeibeamter (41) steht im Verdacht, im Rahmen einer illegalen Nebentätigkeit für eine mutmaßlich rechtsextremistisch beeinflusste Sicherheitsfirma Dienstgeheimnisse verraten zu haben. Entsprechende Ermittlungen bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main dem ARD-Politikmagazin “Kontraste” und dem “Spiegel”. Außerdem steht laut der Behörde der Verdacht im Raum, dass der Beamte “unrechtmäßige Abfragen aus polizeilichen Datenbanken” durchgeführt habe, um sich mit den daraus gewonnenen Informationen “im Rahmen seiner nicht genehmigten Nebentätigkeit persönlich zu bereichern”. Es werde wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und der Verletzung des Dienstgeheimnisses gegen den Beamten ermittelt.

Die Ermittler hätten von Anfang an auch eine mögliche politische Motivation des Polizisten geprüft, sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). Bislang hätten sich aber keine Hinweise auf rechtsextremistische Aktivitäten des Mannes ergeben. Der aktuelle Ermittlungsstand deute vielmehr darauf hin, dass er aus einer finanziellen Motivation heraus gehandelt haben könnte, um sich persönlich zu bereichern. Die Ermittlungen dauerten weiter an.

Firmensitz und Arbeitsplatz des Polizisten durchsucht

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Nach Recherchen von “Kontraste” und “Spiegel” war der Polizist im Irak für das Unternehmen Asgaard aus Hamm in Nordrhein-Westfalen tätig. Bis vor wenigen Wochen sei auf deren Internetseite noch ein Foto von ihm zu sehen gewesen, das ihn mit zwei anderen Männern in militärischer Kleidung zeigte. Laut “Kontraste” und “Spiegel” umwirbt und beschäftigt die Firma aktive und ehemalige Polizeibeamte und Soldaten für Einsätze unter anderem im Ausland. In Bagdad etwa bewachen sie nach Angaben des Geschäftsführers “die diplomatische Vertretung einer arabischen Großmacht”.

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Im Rahmen einer Razzia durchsuchten Ermittler des hessischen Landeskriminalamts am 20. August den Arbeitsplatz des Polizisten, seine Wohnung und den Sitz der Sicherheitsfirma, berichten “Kontraste” und “Spiegel”. Der Beschuldigte habe über seinen Anwalt erklärt, sich nicht äußern zu wollen. Laut Staatsanwaltschaft wurde ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eingeleitet.

RND/seb/dpa

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