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Helferinnen und Helfer in Flutgebieten beschimpft und mit Müll beworfen

  • Der Einsatz für Helferinnen und Helfer in den Hochwassergebieten ist psychisch belastend.
  • Auch, weil nicht alle freundlich empfangen werden.
  • Das Technische Hilfswerk berichtet von Beschimpfungen und von „Querdenkern“, die Müll werfen.

Berlin. Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks (THW) sind bei ihrem Einsatz in westdeutschen Flutgebieten mitunter unfreundlich empfangen worden. „Das geht dann so weit, dass unsere Helferinnen und Helfer beschimpft werden“, sagte die Vizepräsidentin des THW, Sabine Lackner, am Samstag im RTL/N‑TV‑„Frühstart“.

„Wenn sie mit Einsatzfahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen“, fügte Lackner hinzu. Hinter den Angriffen seien vor allem „Querdenker“ oder Menschen aus der Prepper-Szene, die sich als Betroffene der Flutkatastrophe ausgäben, sowie einige frustrierte Flutopfer.

Einsätze sind für Helferinnen und Helfer „psychisch belastend“

Teils seien die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit auch von Menschen gefilmt worden, die sich nicht als Pressevertreter erkenntlich gemacht hätten, sagte Lackner.

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Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pflalz und NRW helfen Menschen aus ganz Deutschland bei den Aufräumarbeiten.  © Reuters

Es seien noch keine Einsätze wegen der Vorfälle abgebrochen worden, doch die Situation sei für die ehrenamtlichen Helfer psychisch belastend. „Ich bin unseren Einsatzkräften unendlich dankbar, dass sie recht unerschrocken weitermachen“, so Lackner.

Die Polizei Koblenz zeigte sich bestürzt über die Berichte. „Sollte die Polizei von einem solchen Vorfall Kenntnis erhalten, werden wir sofort und mit aller Entschiedenheit dagegen vorgehen“, schrieb sie am Samstag auf Twitter. Derzeit könne die Polizei in Koblenz die Schilderungen aber „in keiner Weise“ bestätigen. „Wir selbst haben erst aus den Medien von diesem angeblichen Vorfall erfahren und dies sofort beim THW und unseren Polizeikräften überprüft“, so die Polizei.

Auch der Polizei in Nordrhein-Westfalen sei kein Vorfall in diese Richtung bekannt, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle am Samstag. „Uns liegen dazu keine Informationen vor.“

Auf Anfrage des RND sagte ein THW-Sprecher, dass es sich den geschilderten Vorkommnissen um Einzelfälle handele. „Eine komplette statistische Erfassung liegt uns aktuell nicht vor.“ Die bislang bekannten Vorfälle haben sich demnach in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ereignet. „Über die Motivation der Personen können wir nichts sagen.“

Den Mitarbeitern biete das THW psychologische Unterstützung an. „So haben wir so genannte Einsatz-Nachsorge-Teams im Einsatz. Das sind speziell geschulte Kräfte, die mit den Einsatzkräften das Erlebte aufarbeiten. Schon während des Einsatzes oder auch danach.“

Die Helferinnen und Helfer seien weiterhin hoch motiviert, der betroffenen Bevölkerung zu helfen und begegneten der Situation eher mit einer „jetzt erst recht“-Haltung, sagte der Sprecher. Aktuell seien täglich bis zu 4.000 Kräfte im Einsatz.

RND/msk/dpa

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