Held aus „Hotel Ruanda“ wegen Terrorismus schuldig gesprochen

  • Ein Gericht hat den „Hotel Ruanda“-Helden Paul Rusesabagina des Terrorismus für schuldig befunden.
  • Der Angeklagte hatte sich zuvor als unschuldig bezeichnet und den Prozess als Farce dargestellt.
  • Rusesabagina wurde durch den Hollywoodfilm „Hotel Ruanda“ bekannt, darin wird erzählt, wie der Hotelmanager während des Völkermords in Ruanda 1994 etwa 1200 Menschen das Leben rettete.
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Kigali. Der wegen des Films „Hotel Ruanda“ bekannte Regierungskritiker Paul Rusesabagina ist nach Angaben eines Gerichts der Terrorvorwürfe schuldig gesprochen worden. Rusesabagina wurde am Montag wegen Bildung einer illegalen bewaffneten Gruppe, Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe und Finanzierung einer Terrorgruppe verurteilt. Das Urteil zu Vorwürfen des Mordes, der Entführung und des bewaffneten Raubüberfalls als Akt des Terrorismus sollte noch verlesen werden. Der Angeklagte boykottierte die Urteilsverkündung. Er sagte, er rechne nicht mit Gerechtigkeit in dem Prozess, den er als Farce darstellte.

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Terror-Vorwürfe: „Hotel Ruanda”-Held zu 25 Jahren Haft verurteilt
1:53 min
Während des Völkermords in Ruanda hatte Paul Rusesabagina mehr als tausend Menschen das Leben gerettet. Nun wurde er zu 25 Jahren Haft verurteilt.  © AFP

Rusesabagina hat sich als unschuldig bezeichnet. Er war vor mehr als einem Jahr in Dubai verschwunden. Seine Familie glaubt eigener Aussage zufolge, dass der Regierungskritiker bei dem Besuch dort entführt worden sei. Er wäre niemals wissentlich in einem Flugzeug in die ruandische Hauptstadt Kigali gereist, sagte sie. Rusesabagina wurde vorgeworfen, den bewaffneten Flügel seiner oppositionellen Plattform, der Ruandischen Bewegung für demokratischen Wandel, unterstützt zu haben. Diese hat sich zu tödlichen Anschlägen 2018 und 2019 im Süden von Ruanda bekannt.

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Rusesabagina erhielt 2005 die Freiheitsmedaille des US-Präsidenten

Rusesabagina wurde 2005 die Freiheitsmedaille des US-Präsidenten, die höchste zivile Auszeichnung der USA, verliehen, weil er während des Völkermords in Ruanda 1994 als Hotelmanager mehr als 1000 Menschen gerettet hatte. Damals wurden rund 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu getötet.

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Rusesabagina hat gesagt, er werde ins Visier genommen, weil er die Regierung von Präsident Paul Kagame wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverstöße kritisiert habe. Er sagte, er sei vor seiner Inhaftierung gefoltert worden. Die ruandischen Behörden bestreiten das. Neben Rusesabagina waren 20 Personen angeklagt.

RND/AP/dpa

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