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Hausaufgaben nicht gemacht: Mädchen (15) sitzt seit Monaten in US-Jugendstrafanstalt

  • Eine Schülerin wird inhaftiert, weil sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat.
  • Das Mädchen hat ADHS und kommt offenbar mit den Online-Aufgaben während des Corona-Lockdowns nicht hinterher.
  • Die Richterin sieht darin einen Verstoß gegen die Bewährungsauflagen, die das Mädchen wegen einer anderen Tat auferlegt bekommen hat.
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In den USA ist ein 15-jähriges Mädchen inhaftiert worden, weil es seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Der Teenager Grace leide laut dem Nachrichtendienst “ProPublica” an ADHS und sei mit der Fülle der Online-Aufgaben während des Corona-Lockdowns nicht klargekommen.

Laut der Mutter des Mädchens, die sich gegenüber dem Portal äußerte, hätten die Lehrer Grace in der Schule mehr Zeit für die Aufgaben gegeben und ihr die Inhalte mehrfach erklärt. Zu Hause soll das jedoch anders ausgesehen haben: keine Unterstützung und stattdessen absolute Überforderung.

Körperverletzung und Diebstahl

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Ungefähr zur gleichen Zeit erhielt das Mädchen Grace laut “ProPublica” auch eine Bewährungsstrafe – wegen Körperverletzung und Diebstahl. Die Auflagen der Bewährung waren ziemlich streng: Sie wurde demnach per GPS überwacht, musste regelmäßige Termine bei einer Bewährungshelferin wahrnehmen, hatte Smartphone-Verbot – und die Verpflichtung, ihre Hausaufgaben zu erledigen.

In den Augen der Richterin Mary Ellen Brennan habe Grace gegen ihre Bewährungsauflagen verstoßen – weil sie ihre Schulaufgaben nicht erledigt habe, wie das Portal berichtet. Die Vorsitzende der Abteilung des Familiengerichts von Oakland County lehnte es laut dem Nachrichtendienst ab, sich zu Graces Fall zu äußern. Brennan befand Grace für “schuldig, weil sie keine Hausaufgaben gemacht habe und nicht zur Schule gegangen war”. Außerdem nannte sie Grace eine “Bedrohung für die Gemeinschaft” und betonte, dass es einen Grund habe, dass die 15-Jährige eine Bewährungsstrafe erhalten habe – und zwar wegen Körperverletzung und Diebstahl.

Schülerin hatte Angst, ihre Bewährungsauflagen nicht erfüllen zu können

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Grace soll sich demnach bereits vor ihrer Inhaftierung an ihre Bewährungshelferin gewendet haben, weil sie gemerkt habe, dass ihr die Schulaufgaben schwerer fallen als erwartet. Der Teenager habe Angst davor gehabt, die Bewährungsauflagen nicht erfüllen zu können.

Das Mädchen soll sich demzufolge um Nachhilfe von einem Sonderschullehrer bemüht haben – doch noch vor der ersten Stunde habe die Bewährungshelferin bei Gericht einen Antrag auf Verletzung der Bewährungsauflagen gestellt.

Fiel das Urteil aufgrund von Rassismus?

Auf Twitter schreibt ein User: “Derzeit befinden sich Demonstranten außerhalb des Bezirksgerichts von Oakland, um Gerechtigkeit für Grace zu fordern.” Weiter heißt es: “Die 15-jährige schwarze Schülerin wurde wegen Nichterfüllung ihrer Online-Hausaufgaben in Jugendhaft genommen. Sie wurde von der Richterin als ‘Bedrohung für die Gemeinschaft’ beschrieben.”

Kritiker werfen der Richterin rassistische Beweggründe vor. Bisher sei nämlich kein Fall bekannt, in dem ein Kind wegen der Nichterfüllung seiner Hausaufgaben inhaftiert wurde. Außerdem habe Grace die Schulaufgaben gar nicht wesentlich schlechter bearbeitet als ihre Mitschüler. Bis zum 8. September dauere die Inhaftierung mindestens noch an – dann soll der Fall überprüft werden.

RND/ros

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