Harry und Meghan sollten ihre Titel ablegen

  • Seit Freitag ist klar: Prinz Harry und seine Frau Meghan werden nicht in das britische Königshaus zurückkehren.
  • Für viele Briten ist dieser finale Schritt keine Überraschung.
  • Für RND-Korrespondentin Katrin Pribyl ist dieser Schritt aber noch nicht konsequent genug.
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Prinz Harry und Herzogin Meghan haben ihren finalen Rückzug aus dem Königshaus erklärt, was auch immer final heißen mag in diesen Zeiten. Doch die Briten wunderten sich nach der Ankündigung vor allem über eine Frage: War das eine Nachricht wert? Wer erwartete denn ernsthaft noch, dass die beiden nach all dem Theater zurückkehren und ihre weniger glamourösen Pflichten als Royals der ersten Riege wieder aufnehmen würden?

Das Kind ist in vielerlei Hinsicht längst in den Brunnen gefallen. Eine Rückkehr der beiden ins traditionsverliebte Königshaus war schlichtweg unmöglich geworden. So schlossen die Sussexes lukrative Deals mit Netflix und Spotify ab. Demnächst sitzen die Herzogin und der Prinz bei der ihnen wohlgesonnenen US-Talkmasterin Oprah Winfrey zum 90-minütigen „intimen“ Interview. Oh Dear! Das alles erinnert mehr an die Kardashians denn an die Windsors. Hinzu kommt, dass selbst hartgesottene Monarchiefans mittlerweile mit den Augen rollen, wenn es um das Paar geht. Die beiden pochen seit einem Jahr auf ihr Recht auf Privatsphäre und beschweren sich über aufdringliche Medien – und doch vergeht kaum eine Woche, in der sie sich nicht selbst mit Statements, Interviews oder Moralpredigten in die Öffentlichkeit drängen. Die Wahl des neuen Wohnsitzes in Santa Barbara, wo es nur so wimmelt vor Paparazzi, lässt ebenfalls Rückschlüsse auf ihre eigentliche Motivation zu.

Das Problem ist nicht, dass sie Geld verdienen wollen oder das Scheinwerferlicht suchen. Das ist ihr gutes Recht. Auch der Einsatz für Wohltätigkeitsorganisationen verdient Respekt. Nur scheint es den beiden in ihrer emotionsfixierten Wellness-Blase im fernen Kalifornien an Selbstreflexion zu fehlen. Was seit mehr als einem Jahr rund um das Paar abläuft, darf tatsächlich unter dem Oberbegriff „Heuchelei“ abgeheftet werden. Die Sussexes wünschen sowohl den Celebrity-Status als auch den Einfluss und die Privilegien, nur ohne Kritik abzubekommen oder der strengen Prüfung der Öffentlichkeit ausgesetzt zu sein. Dies können durch ihr Talent prominent gewordene Sänger, Schauspieler oder Sportler einfordern. Doch Harrys und Meghans weltweite Berühmtheit wie auch ihr Wert stützen sich vor allem auf ihre royalen Titel und die Nähe zum britischen Königshaus, das zahlreiche Menschen bis heute fasziniert. Es wäre deshalb nur folgerichtig, würden Harry und Meghan auch ihre Titel „Herzog und Herzogin von Sussex“ – ein Geschenk der Queen zur Hochzeit – abstreifen. Eine machtvolle Stimme auf der Weltbühne zu haben ist kein Erbrecht, sondern sollte verdient sein.

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