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Hannover plant Umbenennung der Hindenburgstraße: Jüdisches Mädchen als neue Namensgeberin

  • Der Namensgeber der Hindenburgstraße in Hannover war Reichspräsident in der Weimarer Republik.
  • Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler verhalf er den Nazis an die Macht.
  • Nun entscheidet sich die Politik der niedersächsischen Landeshauptstadt für eine Umbenennung der Straße.
Marc R. Hofmann
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Hannover. Die Hindenburgstraße im Zooviertel von Hannover bekommt einen neuen Namen. Dazu hat sich der zuständige Bezirksrat der niedersächsischen Landeshauptstadt nach mehr als zweijähriger Diskussion durchgerungen, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) berichtet.

Paul von Hindenburg, ehemaliger Generalfeldmarschall und in den 1930er-Jahren Reichspräsident, hatte mit der Ernennung Adolf Hitlers den Nationalsozialisten 1933 zur Macht verholfen. Vor diesem Hintergrund hatte laut HAZ ein wissenschaftlicher Beirat der Stadt empfohlen, dem Wegbereiter der Diktatur keinen Straßennamen mehr zu widmen. Dennoch war die Entscheidung umstritten. CDU, FDP und Piraten stimmten demzufolge für den Status quo und damit gegen eine Umbenennung. SPD, Grüne und Linke votierten für einen neuen Namen.

Straße soll nach jüdischem Mädchen benannt werden

Künftig soll die Straße nach Lotte-Lore Loebenstein benannt sein, berichtet die Zeitung. Sie war das Kind einer jüdischen Familie, die in der Hindenburgstraße lebte und 1937 vor den Nazis fliehen musste. Das Mädchen wurde im Alter von zehn Jahren ermordet.

Bis die Umbenennung erfolgt, kann es jedoch laut HAZ noch dauern, denn Anlieger hätten eine Klage angedroht.

RND/mrh

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