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Prozessauftakt: Männer sollen sich zu Angriffen auf Schwarze verabredet haben

  • Sie verabreden sich, um mit Schlagstöcken und -ringen gezielt auf schwarze Menschen einzuschlagen.
  • Ihren Opfern fügen sie schwerste Körperverletzungen zu.
  • Nun müssen sich sechs Männer vor dem Landgericht Hannover verantworten.
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Hannover. Sie sollen gezielt Angriffe auf Schwarze verübt haben: Sechs Männer müssen sich von Mittwoch an vor dem Landgericht Hannover verantworten. Den Angeklagten im Alter von 30 bis 42 Jahren wird gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch vorgeworfen. Sie sollen mit Schlagstöcken, Schlagringen und mit einem Stuhl auf schwarze Menschen eingeschlagen haben, sagte die Staatsanwältin.

Für ihr Vorhaben hätten sich die Angeklagten sowie mindestens 24 weitere Personen Anfang November 2019 am Steintor in Hannover verabredet. Im Bereich der Steintorstraße und der Schmiedstraße hätten sie mit unterschiedlichem Schlagwerk auf ihre Opfer eingeschlagen, sagte die Staatsanwältin. Die Angriffe sollen an dem Abend an einem Kiosk und in einem Wettbüro verübt worden sein. Dabei seien Rufe gefallen, die dazu aufforderten, nur Schwarze zu schlagen.

Fluchtwege versperrt

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Um die Flucht ihrer potenziellen Opfer zu verhindern, hätten Tatbeteiligte den Eingang zum Wettbüro versperrt und die Steintorstaße von beiden Seiten regelrecht abgeriegelt. Die angegriffenen Personen erlitten laut Anklage Rippen- und Nasenbrüche sowie Prellungen und Quetschwunden.

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Für gefährliche Körperverletzung sieht das Gesetz sechs Monate bis zehn Jahre Strafe vor. Einige der Verteidiger kündigten an, einen Freispruch für ihre Mandanten erwirken zu wollen. Nur zwei der Angeklagten wollen sich über ihre Rechtsanwälte zu den Tatvorwürfen äußern. Gegen fünf weitere Tatbeteiligte soll es nach Angaben einer Gerichtssprecherin einen zweiten Prozess geben. Die Identität der anderen Angreifer - mindestens 19 Personen - sei noch unklar.

Am ersten Verhandlungstag wurde lediglich die Anklageschrift verlesen. Unklar blieb unter anderem, ob sich die Angeklagten vor der Tat gekannt hatten.

RND/dpa

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