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Gutachter zum Unfall in Südtirol: „Fahrer hat eine Vollbremsung gemacht”

  • Nach dem schrecklichen Raserunfall in Südtirol kommen immer mehr Details ans Licht.
  • Ein Gutachter hat die Bilder der Polizei analysiert.
  • Sie geben Aufschluss darüber, wie der Unfall vermutlich abgelaufen ist.
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Bozen. Sieben junge Menschen sind bei dem schrecklichen Unfall in Südtirol ums Leben gekommen. Jetzt kommen neue Details zum Unfallhergang ans Licht: Die Polizei hat Bilder des verunglückten Sportwagens veröffentlicht, mit dem ein betrunkener 27-Jähriger in die Menschengruppe gerast war. Sie geben Auskunft über den möglichen Unfallhergang.

Die Bilder lassen erahnen, mit welch hoher Geschwindigkeit der junge Mann gerast war. Aber sie zeigen auch etwas anderes: Offenbar hat noch eine Vollbremsung stattgefunden, wie der Gutachter Siegfried Brockmann dem Fernsehsender RTL sagte. Für die Fußgängergruppe kam diese jedoch zu spät.

„Überlebenschancen gleich null“

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„Die Beschädigung an der Dachkante zeigt eine Eindrückung, die wie ein menschlicher Körper aussieht“, so der Gutachter. Brockmann ist sich sicher, dass einer der Menschen dort aufgeprallt ist und weitergeschleudert wurde. „Das ist die härteste Stelle am Auto. Wenn man dort aufprallt, sind die Überlebenschancen gleich null“, so Brockmann gegenüber dem Sender.

Beim Aufprall auf der Mauer sei das Tempo voraussichtlich reduziert worden, weshalb der Fahrer auch nicht schwer verletzt war. „Man sieht an den Bildern, dass der Airbag an diesem Auto nicht aufgegangen ist, also entweder ist der kaputt, oder der letzte Anstoß auf dieses starre Hindernis war unterhalb von 30 Stundenkilometern.“ Der Motor sei laut Brockmann ein sehr stabiles Gebilde, sodass die Menschen nicht zu einer starken Deformation hätten führen können. ​

Alkohol enthemmt

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Wie die Polizei kurz nach dem Unfall mitteilte, hatte der Fahrer des Wagens knapp 2 Promille Alkohol im Blut. Für Gutachter Brockmann spielt auch das eine Rolle beim Unfallhergang: Durch den Alkohol habe der Fahrer eine schlechte Hell-Dunkel-Adaption und somit auch eine schlechte Reaktion gehabt. Zudem enthemmt Alkohol. „Das heißt: Jemand, der normalerweise auch langsamer gefahren wäre, fährt deswegen schnell, weil er sich für unsterblich und unschlagbar hält“, so Brockmann.

Der 27-Jährige war am Sonntag in eine Gruppe junger Skitouristen gerast. Dabei starben sieben Menschen, weitere zehn wurden verletzt. Die Ermittlungen der Behörden in Südtirol hatten einen Alkoholwert von fast 2 Promille ergeben. Außerdem gehen die Ermittler von überhöhter Geschwindigkeit aus. Der Mann war am Tag nach der Alkoholfahrt aus dem Krankenhaus in Bruneck entlassen und ins Gefängnis nach Bozen gebracht worden.

RND/msc



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