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Nach Katastrophensommer 2021

Drohnen gegen Feuerkatastrophen: Griechenland rüstet sich für Waldbrände

Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten im Nordwesten der griechischen Hauptstadt Athen im vergangenen Sommer.

Athen. Es waren Feuerstürme, wie sie die Menschen in Griechenland noch nie zuvor erlebt hatten. Im August 2021 wüteten die Waldbrände erst in den nördlichen Vororten Athens, dann fegte eine Woche lang eine Flammenwalze über die Insel Euböa. Allein dort brannten über 500 Quadratkilometer ab, ein Drittel des Waldbestandes der zweitgrößten Insel Griechenlands wurde vernichtet. Menschen kamen zwar nicht zu Schaden, aber Hunderte Familien, die von der Bienenzucht und der Harzgewinnung in den Wäldern lebten, verloren ihre Existenz.

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Insgesamt brannten in Griechenland im vergangenen Sommer über 1300 Quadratkilometer Wald ab. Das war so viel wie in den vorangegangenen sieben Jahren insgesamt. Die eingeäscherten Gebiete entsprechen der Fläche von München, Hamburg und Köln zusammen.

90 Löschflugzeuge und Hubschrauber

Der Sommer 2021 war in Europa nach Angaben des EU-Klimawandeldienstes Copernicus der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Dem Bericht zufolge steigt der Anteil klimaschädlicher Gase in der Atmosphäre. Das lässt eine weitere Erderwärmung befürchten. Damit wächst die Gefahr künftiger Brandkatastrophen. Wissenschaftler prognostizieren, dass ein Anstieg der sommerlichen Durchschnittstemperatur um 1,5 Grad das Waldbrandrisiko um 41 Prozent erhöht, ein Anstieg um zwei Grad sogar um 62 Prozent.

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Griechenland will sich dafür rüsten. In diesem Sommer sollen 90 Löschflugzeuge und Hubschrauber für die Waldbrandbekämpfung zur Verfügung stehen, 16 mehr als im vergangenen Jahr. Um Brände so früh wie möglich zu erkennen, sollen Feuerwehrleute mit geländegängigen Motorrädern in den Wäldern patrouillieren. Zur Überwachung aus der Luft werden neben Flugzeugen und Helikoptern auch verstärkt Drohnen eingesetzt.

Für die Zeit von Mai bis Oktober werden rund 2500 Feuerwehrleute zusätzlich eingestellt. An den Militärflughäfen Eleusis, Thessaloniki, Heraklion, Lamia, Ioannina und Patras werden Spezialeinheiten stationiert, die schnell in Brandgebiete geflogen werden können.

Milliardenprogramm für Katastrophenschutz

Waldbrände in Griechenland geraten leicht außer Kontrolle, weil viele Wälder nicht bewirtschaftet werden. Deshalb will der griechische Minister für Klimakrise und Zivilschutz, Christos Stylianides, jetzt 4000 Hektar Waldland von dem besonders leicht brennbaren Unterholz reinigen, 1600 Kilometer Brandschutzschneisen schlagen und 16.000 Kilometer neue Waldwege für die Feuerwehren anlegen lassen.

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Stylianides war von 2014 bis 2019 als zyprischer EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz zuständig. Nach den Waldbränden vom Sommer 2021 berief der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis den Zyprer in sein Kabinett. Er setzt jetzt ein auf 1,7 Milliarden Euro veranschlagtes Programm für den Katastrophenschutz um. Dazu gehört der Aufbau eines modernen Krisenzentrums. Ein Ziel ist, Löschmannschaften innerhalb der ersten fünf bis zehn Minuten nach einer Brandmeldung vor Ort zu haben. Damit könnten 70 bis 75 Prozent der Waldbrände gelöscht werden, bevor sie außer Kontrolle geraten, sagt Stylianides.

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